heut ist gar nicht freitag.

und für ein thank god ist eigentlich auch grad kein anlass.

eher wär ein „what the fuck“ angebracht.

 

ich frag mich ja schon seit einiger zeit:

was ist bloss los in diesem land?

was ist bloss los mit den vielen leut, die da dem rattenfänger hinterherlaufen?

san de olle deppat?

 

ich mag mich hier und jetzt gar ned mit den vielen eh ganz offensichtlichen faschistischen rassistischen tendenzen der blau/braunen herumschlagen. natürlich wissen „wir“ das eh alles.

aber:

ganz so einfach is es leider nicht.

ja, ein gewisser, eher kleiner teil wird kognitiv nicht in der lage sein, die perfide hinterhältigkeit in den simplen botschaften zu sehen.

ein weiterer, hoffentlich ebenfalls kleiner teil, versteht sehr genau worum es da geht und unterstützt in vollem bewusstsein die dahinter stehende ideologie.

dem grössten teil der blauwähler ist das aber wahrscheinlich völlig wuaschd.

und in einigen fällen kann ich das, wenn auch nicht verstehen, so doch nachvollziehen.

 

ein beispiel aus meinem privaten umfeld.

eine etwas über 60jährige bisher stramme splerin stimmt mit ein in die schimpferei über die ausländer und die soziale hängematte in die sie sich angeblich legen.

„i hab 30 joar goabeit und zwa kinda grosszogn und jetzt kriag i 620,- euro pension. und „de“ kumman daher und kriagn glei mehr wia i. glei a boa tausenda im monat. des is ungerecht“.

ich hab dann versucht, zu erklären, dass die faktenlage eine völlig andere ist.

„oba im fernsehn haums des a gsogt und in da zeidung steht des a“.

na dann.

in einem längeren gespräch konnte ich dann verdeutlichen, dass sie deshalb so wenig pension bekommt, weil sie „nur“ einen halbtagsjob hatte, einen treusorgenden ehegatten, der deutlich mehr pension bekommt und sie aufgrund der anrechnung des partnereinkommens nicht in den genuss einer höheren leistung kommt und dass es auch einen finanziellen unterschied zwischen asylwerbern und bereits anerkannten asylberechtigten gibt. und ich konnte ihr auch glaubhaft versichern, dass das mit den „boa tausend“ ein gschichtl ist.

„nau jo“ war dann ihre quintessenz „des san jo eh orme hund“.

sie hat wahrscheinlich trotzdem hofer gewählt und wird das auch wieder tun.

 

und ich befürchte, dies ist eine ziemlich typische geschichte.

 

für mich zeigt diese persönliche erfahrung jedenfalls deutlich, dass fpö-wähler nicht grundsätzlich dumme oder schlechte menschen sind (na gut einige wirds drunter schon geben – aber die gibts auch bei anderen wahlwerbenden gruppen), sondern einfach in ihren persönlichen befindlichkeiten gefangen sind.

entweder angst vor der zukunft haben, oder es als ungerecht empfinden wenn jemand anderer etwas „ohne leistung“ bekommt, was man nicht selber auch bekommt.

viel gscheite sachen sind über diese phänomen schon geschrieben worden.

wir sollten es also wissen und nicht überrascht sein.

sind wir aber trotzdem immer wieder.

zuletzt am sonntag abend.

 

gleichzeitig macht diese geschichte aber auch hoffnung.

hoffnung, dass es mit vernünftiger politik möglich ist diesen menschen ihre angst zu nehmen und in unserer gesellschaft wieder mehr solidarität und gerechtigkeit in den vordergrund zu rücken.

genau diese politik ist aber von den handelnden personen nicht zu erwarten.

nicht von den sozis, aber auch nicht von den grünen. wobei ich schon festhalten möchte, dass es in beiden gruppierungen noch immer menschen gibt, die die notwendigkeit dieser politik sehen, sich dafür einsetzen, aber eben innerhalb ihrer gruppierungen in der minderheit sind.

aber ich frag mich schon, wie die sich in der früh in den spiegel schauen bzw. mit welcher selbstlüge  immer noch die jeweilige offizielle parteipolitik gerechfertigt wird.

ich möcht aber jetzt nicht schon wieder auf die bobo-sozis und –grünen hinhauen, die an der entwicklung genauso beteiligt sind, wie die ganzen besitzstandwahrer innerhalb der gewerkschaften und kammern.

ist ohnehin sinnlos und vergebene liebesmüh.

 

lieber zurück zur hoffnung und der dafür notwendigen politik.

ich könnt auch da jetzt viel theoretisches wie vermögensbezogen steuern, anpassung der transferleistungen usw. mit viel argumentation und studien belegt herschreiben. ich könnt über den arbeitsmarkt und das bedingungslose grundeinkommen referieren oder wieder einmal marx, keynes oder brecht zitieren.

ein paar tät das vielleicht sogar interessieren und vielleicht mach ich das auch demnächst einmal.

 

die gute frau aus der obigen geschichte und mit ihr jene gruppe, für die wir linken (ob aus sozialisierung, selbsterfahrung oder empathie) politik machen wollen, tät das aber eigentlich nicht wirklich interessieren.

ich zitier dafür heut den kästner:

es gibt nix gutes ausser man tut es.

darum hier ein paar sachen, die unmittelbar machbar und leistbar wären.

 

die abschaffung der anrechnung des partnereinkommens bei sämtlichen transferleistungen.

 

die bei der „steuerreform“ vergessenen mindestpensionisten ebenfalls in die (ohnehin zu geringe) negativsteuer einzubeziehen.

 

direktinvestitionen in den sozialen wohnbau.

 

arbeitszeitverkürzung bei allen bediensteten im öffentlichen dienst (und natürlich in weiterer folge für alle arbeitnehmer)

 

ein mindestlohn von € 12,-/std.

 

und wenn ich so nachdenk – oder ihr – täten uns sicher noch ein paar sachen einfallen.

aber tu mas amal nicht übertreiben.

 

das alles hat zwar mit dem bundespräsidenten so überhaupt nix zu tun, aber wenn wir wollen, dass nach der sonntäglichen „überraschung“ nicht auch noch bei der nächsten nationalratswahl eine noch grössere überraschung folgt, müssen wir uns neben den theoretischen – auch notwendigen – überlegungen, darauf konzentrieren, was den betroffenen unmittelbar hilft.

 

in diesem sinne:

 

bleibt´s gsund und losst´s eich nix gfoin!

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