ned scho wida #bge!

werden jetzt einige sagen.

hat der goa nix anders mehr im kopf`?

 

aber erstens hab ich in vorbereitung auf die am mittwoch stattfindende podiumsdiskussion fast kein anderes thema im kopf und trotzdem es ohnehin zum glauben ist, dass nicht schon alles irgendwer einmal gesagt hat – wenn auch nicht ein jeder alles – komm ich doch immer wieder auf den einen oder anderen aspekt, mit dem ich mich bisher noch nicht beschäftigt hab.

und ausserdem tauchen mit ziemlicher sicherheit täglich irgendwo neue artikel von befürwortern oder gegnern des bedingungslosen grundeinkommens auf.

 

https://oxiblog.de/eine-gefaehrliche-utopie/

https://oxiblog.de/arbeitslose-einkommen/

 

oder wenn schon nicht beiträge mit direktem bezug zum bge so zumindest doch, was die zukünftigen entwicklungen am arbeitsmarkt betrifft.

auch hier zwei exemplarische beispiele:

http://www.verkehrsrundschau.de/roboter-in-der-logistik-gefaehrden-millionen-arbeitsplaetze-1800412.html

http://digitalcity.wien/geht-uns-die-arbeit-aus-die-folgen-der-digitalisierung-der-wirtschaft-und-moegliche-antworten-darauf/

 

dabei können wir uns noch gar nicht wirklich vorstellen, wie zb selbstfahrende autos und vor allem lkws alles verändern.

oder wozu 3d-drucker in der lage sein werden.

angeblich werden bereits ganze häuser auf diese weise errichtet, bzw wird an derartigen lösungen gearbeitet.

 

es ist in der zwischenzeit also ziemlich unbestritten, dass grosse veränderungen auf uns zukommen und viele der derzeit bestehenden „jobs“ in zukunft nicht mehr vorhanden sein werden.

jetzt wird von einigen mit verweis auf die vergangenheit das argument der neu entstehenden arbeitsplätze durch eben diese automatisierung angeführt und mit dem hinweis auf die verlängerung der lebenszeit zb der zusätzliche bedarf an pflegepersonal vorausgesehen.

da mag ja vielleicht was dran sein.

aber ob die anzahl der neu zu schaffenden arbeitsplätze den verlust der bestehenden ausgleicht ist mehr als zweifelhaft.

und das argument, weils schon immer so war, wirds auch so sein, ist ein mehr als dürftiges.

ausserdem darf bezweifelt werden, dass die arbeitslosen stapelfahrer, zielpunktverkäuferinnen, fernfahrer, aber auch die bankangestellten, sich so einfach zur it-technikerin oder zum altenpfleger umschulen lassen.

 

aber bitte – ich will jetzt nicht so sein und lass das zumindest teilweise gelten und gehen wir davon aus, dass für die 50 % der verlorenen arbeitsplätze 25 % neue geschaffen werden.

bleiben noch immer zu den bereits jetzt sehr vielen arbeitslosen weitere 25 % in zukunft ohne strukturelle erwerbsarbeit.

 

von den gewerkschaften – aber auch seit neuestem von unserem neuen kanzler – wird in diesem zusammenhang als lösung eine arbeitszeitverkürzung gefordert.

 

um bei der oben angestellten rechnung in relation zu bleiben, müsste es eine arbeitszeitreduktion um 25 % geben. also von 40 auf 30 wochenstunden.

so, wie es die wiener spö ja auch schon als forderung beschlossen hat.

und das ganze natürlich bei vollem lohnausgleich.

dieser lohnausgleich würde zwar den seit jahren schleichenden reallohnverlust noch nicht ausgleichen, ist aber mindestens erforderlich um nicht noch grössere einbrüche bei der kaufkraft in kauf nehmen zu müssen.

ausserdem sind gleichbleibende oder steigende lohnsummen notwendig um die kosten der sozialversicherung zu finanzieren.

 

aber natürlich ist das eine milchmädchenrechnung.

es muss ja jedem bewusst sein, dass eine arbeitszeitverkürzung nicht 1:1 in zusätzliche arbeitsplätze mündet.

im gegenteil.

der druck auf die arbeitnehmer in der wenigeren zeit die gleiche arbeitsleistung zu erbringen wird zwangsläufig vorhanden sein.

mit all den negativen auswirkungen die damit verbunden sind (pauschalierte arbeitsverträge, leiharbeitsverträge, ein steigen der durch stress entstehenden erkrankungen und damit ein steigen der gesundheitskosten usw.)

und da red ich jetzt noch gar nicht, von den auswirkungen auf die kleinteilige österreichische wirtschaft bzw auf den personalintensiven serviceorientierten fremdenverkehr.

 

und da wär dann noch die berühmte katze, die sich in den schwanz beisst.

 

eine durch eine arbeitszeitverkürzung bei vollem lohnausgleich zwingende steigerung der personalkosten erhöht für jeden unternehmer zwangsläufig den druck und auch die betriebswirtschaftliche notwendigkeit zur rationalisierung.

rationalisierung bedeutet aber in vielen fällen automatisierung.

„Die Rationalisierung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Automation des Fertigungsprozesses.

Die Auswirkungen auf dieMotivation von Mitarbeitern bei Rationalisierungsmaßnahmen sind zu beachten.“

http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/rationalisierung/rationalisierung.htm

 

eine reduktion der regelarbeitszeit führt also betriebswirtschaftlich nicht zwangsläufig zur aufstockung des personals, sondern zur rationalisierung, sprich zu mehr automatisierung und damit nicht zu mehr arbeitsplätzen.

oder aber zu preissteigerungen, diese dann in weiterer folge infolge steigender inflation wiederum zu lohnerhöhungen bzw. wie in den letzten 20 jahren zu reallohnverlusten.

 

ein dilemma.

 

ich schreib jetzt nicht extra her, dass das bge ein ausweg aus diesem teufelskreis sein könnte.

da soll sich doch jeder bitte selber gedanken drüber machen.

 

in diesem sinne:

bleibt´s gsund und losst´s eich nix gfoin!

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