heut probier ich einmal was neues.

ich hupf mit anrand in ein paar herumstehende fettnäpfchen.

und sitz dann am ende wahrscheinlich zwischen allen sesseln.

 

dabei weiss ich ja eigentlich gar nicht, wie ich mit dem thema umgehen soll.

es gibt da ja viele argumente, die sich widersprechen.

 

und dann bin ich als weisser, alter, noch dazu grantiger und obergscheiter mann völlig der falsche.

zusätzlich zu allem, was da berechtigt an kritik kommen kann, kommt dann sicher auch noch der sexismusvorwurf.

wurschd ob ich dafür oder dagegen bin.

 

im übrigen bewunder ich alle, die da ganz genau wissen, wies geht.

ich weiss es jedenfalls nicht.

 

ach ja, worum geht’s überhaupt?

 

na um das thema nr. 1

um kopftuch, burka und ähnliche verhüllungen.

im weiteren sinn geht’s dann natürlich auch um religion an sich

 

(kurzer einwurf – das thema taugt unheimlich dazu, von vielen anderen, eigentlich sehr viel dringenderen problemen abzulenken. wie man sieht, ja auch bei mir)

 

aber hier erst einmal ein paar pro und contra links zum thema, mit sehr unterschiedlichen standpunkten und argumenten.

hier zb eine muslimin

33 Jahre lang trägt Emel Zeynelabidin den Hijab, das islamische Kopftuch. Dann legt sie es ab. Sie hat begonnen, ihre Religion kritisch zu hinterfragen. Vollverschleierungen wie Burka und Niqab, sagt sie, sind Ausdruck eines politisierten, fundamentalistischen Islam. Es ist Zeit, dass sich gläubige Muslime dagegen erheben.

 

in der wienerin klingt das so:

Burkini-Verbot: Wenn plötzlich wieder alle zu großen Frauenrettern werden

 

 

der stern schreibt

Die falsche Freiheit im Stoffgefängnis

Bei der Debatte um ein Verbot der Burka fällt häufig der Begriff „Freiheit“. Aber um wessen Freiheit geht es bei der Diskussion eigentlich? Um die der Frauen, die sich verschleiern wollen? Oder um die der Frauen, die unterdrückt werden?

 

 

und natürlich darf auch alice schwarzer nicht fehlern

Dieses Kopftuch macht jede verhüllte Frau zum sexuellen Objekt und jede unverhüllte Frau zum Freiwild – und die Männer zu Tieren. Und es macht aus Frauen und Männern unterschiedliche Wesen von zwei Sternen. Genauer gesagt: die Männer zu den einen, die volle Rechte haben, und die Frauen zu den anderen, die weitgehend rechtlos und der Besitz dieser Väter, Brüder, Ehemänner sind. Die Frauen sind die „Ehre“ der Männer, die notfalls nur mit Blut zu reinigen ist, mit dem Blut der „entehrten Frau“.

und das ist nur eine sehr kleine auswahl.

da könnt ich noch seitenweise links anführen.

 

und irgendwie geht’s dabei immer um die freiheit.

auf der einen seite, jene, die das recht der frau verteidigen, ihre eigene entscheidung treffen zu können und auf der anderen seite jene, die kopftuch, burka usw als symbol der unterdrückung verstehen und mit einem verbot die freiheit der betroffenen frauen fördern wollen.

 

und irgendwie haben beide seiten recht.

 

da kanns dann auch ganz leicht passieren, dass man die gleichen argumente verwendet, wie die falschen leut.

da muss man sich also sehr genau anschauen, wer da was sagt und warum?

wenn da plötzlich die „frauen-an-den-herd-fraktion“ die frauenrechte verteidigt, werd ich doch schon sehr misstrauisch.

so wie nach der silvesternacht in köln, wo plötzlich auch notorische pograpscher zu emanzen mutiert sind.

unsere frauen für unsere leut.

 

auf facebook hab ich irgendwo gelesen:

Ich will und werde NIE wieder ein Kopftuch tragen schon gar nicht einen Burka oder Burkini!
Ich will mich aber auch freiwillig dagegen entscheiden Können!!!

 

eh.

was ist aber mit jenen frauen, denen in ihrem umfeld diese entscheidungsmöglichkeit genommen wird?

 

im übrigen wird mit ähnlichen argumenten auch gegen das verbotsgesetz agitiert.

ich will und werde nie eine ss-uniform tragen – schon gar nicht den holocaust leugnen.

ich will mich aber auch freiwillig dazu entscheiden können.

 

interessanterweise wird ja gerade jetzt von der fp eine erweiterung des verbotsgesetzes gefordert. radikalislamistische äusserungen sollen da dann ebenfalls drunter fallen.

 

wofür ich aber in jedem fall bin, ist das verbot von religiösen symbolen in öffentlichen einrichtungen.

und da ganz speziell in kindergärten und schulen.

und zwar egal, ob das ein kopftuch, ein kreuz oder eine kippa ist.

ebenso, wie ich schwer dafür bin, dass sämtliche subventionen für religiöse kindergärten und schulen gestrichen werden.

genauso, wie der religionsunterricht.

und zwar wurschd ob muslimisch, katholisch oder sonst was.

eigentlich sollte das im sinne der trennung von staat und religion selbstverständlich sein.

ist es aber leider nicht.

 

eigentlich ist es mir ja wurschd, wer welchen gott warum anbetet.

solang da nicht missioniert wird.

aber derartige missionarische agenten auch noch staatlich zu fördern geht eigentlich überhaupt nicht.

 

aber diese debatte wird ja leider nicht geführt.

da geht’s nicht etwa auch um die beschneidung bei muslimen oder juden.

oder um die bärte von männern.

es geht nur um die burka oder ums kopftuch.

und geführt wird diese diskussion in der öffentlichkeit hauptsächlich von männern (ja, ich gebs ja zu, ich bin auch einer und vielleicht wärs auch gscheiter gwesen, mich diesem thema zu entsagen).

 

aber wenn ich mir anschau, wie der strache mit dem kreuz in der hand religiöse symbole an frauen kritisiert, wird ma schlecht und ich kann meine finger nicht im zaum halten.

 

in diesem sinne und heut ganz besonders an die frauen:

bleibt´s gsund und losst´s eich nix gfoin!

und passts auf eich auf!

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