Das Wahlergebnis aus Graz sorgt hauptsächlich deshalb für Aufmerksamkeit und Aufregung, weil die Kommunistische Partei dort im Gegensatz zu Restösterreich nicht nur bisher schon den 2. Platz innehatte, sondern diesen Platz auch noch sicher verteidigte und einen weiteren Stadtrat dazugewinnen konnte.

Gratulation!

 

Das ist auch gut und richtig so, soll aber hier nicht mein Thema sein.

Thema sind die Piraten.

Immerhin war Graz – ausgenommen vom Sonderfall Innpiraten – der einzig zählbare und nennenswerte Erfolg bei Wahlen der Piraten in Österreich.

Und trotz allgemein anerkannter guter Arbeit über die gesamte Legislaturperiode, eines guten Wahlkampfs mit viel Einsatz und guten Ideen (Bürgerbudget) wurde das einzige Mandat verloren.

Man kann also schon sagen, dass diese Wahl für die Piratenpartei ein wichtiges Ereignis war.

 

In einer gewissen Analogie zu den Piraten in Deutschland muss ich leider feststellen:

Das war´s dann mit den Piraten als politische Partei in der österreichischen Politik.

 

Irgendwie nicht wirklich wichtig, aber doch symptomatisch, ist die Reaktion auf den offiziellen Medien – Website, Facebook, Twitter.

Knapp 48 Stunden nach Bekanntgabe des Resultates gibt es nämlich KEINE Reaktion irgendeiner Art.

 

A scho wuaschd.

Aber es schmerzt.

 

Ich bin sicher nicht objektiv oder ausreichend politwissenschaftlich gebildet, um eine ausführliche Analyse des Warum und Wieso abzuliefern.

 

Aber denken tu ich mir natürlich schon was.

 

„Wir (und deshalb wir, weil ich ja Teil davon war und mich auch noch immer als Teil der Piraten verstehe) habens verbockt. Aber gründlich.

 

Persönliche Animositäten oder Eitelkeiten, unprofessionelles bis dilettantisches Handeln und die unendlich grosse Heterogenität der Meinungen, Ideologien und handelnden Personen sind Mitschuld an diesem Scheitern.

 

Andererseits ist zu beobachten, dass einige Ex-Piraten in NGOs oder anderen Parteien grossartige Arbeit leisten.

Liegt dieser Niedergang also vielleicht doch an der Struktur der Piraten?

Der absolut basisdemokratische Zugang ohne Verantwortung an handelnde Personen zu delegieren?

Die Priorität der digitalen Technik gegenüber persönlichem Austausch?

 

Stimmt schon – es war (ist) alles ein bissl „nerdig“.

Stimmt schon – Themen wie digitale Bürgerrechte, Überwachung oder Urheberrechte sind ein wenig sperrig.

Das bedingungslose Grundeinkommen – heutzutag im Mainstream angekommen – war vor einigen Jahren ausschliesslich Thema für weltfremde Utopisten.

Der Versuch, die Demokratie mittels moderner Werkzeuge wie Liquid-Feedback ins 21. Jahrhundert zu transormieren unausgegoren und halbherzig.

 

Es schaut so aus, als ob in diesem Fall der Gorbatschow-Spruch in abgewandelter Form gilt.

„Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben“.

 

Ich bin mir sicher, dass diese „Piraten-Themen“ (neben dem Thema der sozialen Gerechtigkeit) in einer sich verändernden Gesellschaft eine immer grössere Rolle spielen und an Bedeutung gewinnen werden.

 

Deshalb braucht es Piraten – und Piratinnen.

Vielleicht ist der Weg piratisches Gedankengut und Handeln in unterschiedlichen Organisationen sozusagen guerillamässig zu implentieren ohnehin der vielversprechendere und erfolgreichere.

 

Lang leben die Piraten!

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