Ein Montag.

7.15 Uhr am Morgen.

Ich haste die Treppen vom 2. Stock zum Ausgang meines Wohnhauses.

Wieder einmal habe ich es eilig.

Gleich ums Eck bin ich am Gürtel und dann ist es nicht mehr weit zur U-Bahn.

Die nächste U6 muss ich erwischen, wenn ich noch halbwegs pünktlich sein will.

Vorbei am Chelsea und am Rhiz und dann noch die Stufen rauf.

Ebenfalls im Laufschritt.

Wie erwartet ist der Bahnsteig voll mit Wartenden, die wie ich am Weg zur Arbeit oder Schule sind.

Männer, Frauen, Kinder.

Endlich kommt die U.

Zwischen Ein- und Aussteigenden gibt es trotz grosser Disziplin der Wartenden erste Drängereien.

Der Vorgang des Fahrgastwechsels dauert eine gefühlte Ewigkeit.

Drinnen dann passt kaum ein Blatt zwischen die vielen Menschen.

Einer „pickt“ am Anderen.

Jeder Ruckler während der Fahrt wird mit zusätzlichem Körperkontakt von allen Seiten übertragen.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wenn ich jetzt mit einem Kinderwagen unterwegs sein müsste – oder gar mit einem Rollstuhl.

Bei der nächsten Station drängen noch mehr Fahrgäste in den ohnehin schon überfüllten Waggon. Assoziationen mit der berühmten Sardinendose werden wach.

Ein paar Stationen muss ich noch durchhalten.

Tagtäglich zwei Mal muss ich diese Tortour auf mich nehmen.

Bei jedem Wetter.

Bei Wind und Regen und bei sengender Hitze.

Schon seit einigen Jahren ist diese Situation unverändert und ohne baldige Aussicht auf Veränderung.

 

So sieht ein Szenario aus, das viele Nutzer der U6 so oder ähnlich, Tag für Tag erleben.

 

Es gibt sicher auch andere Probleme in dieser Stadt. Grössere und Wichtigere.

Aber diese „kleinen“ Sorgen der Wiener und der „Zuagrasten“ aus aller Herren Länder machen einen nicht unerheblichen Teil der Lebensqualität abseits der Mercer-Studie aus.

Auch um derartige „Kleinigkeiten“ soll und muss sich bürgernahe Politik kümmern.

Tut sie aber nicht.

 

Didi Zach und Fritz Fink, Bezirksräte von Wien Anders in den Bezirken 15. und 16. wollten das nicht länger hinnehmen und forderten daher ein alternatives öffentliches Verkehrsmittel zur Entlastung der Linie U6 – auch weil eine Intervallverkürzung der U6 zur Rush-Hour selbst laut Experten der Wiener Linien nicht mehr möglich ist.

 

Einem dementsprechenden Antrag der Bezirksvertretung Rudolfsheim-Fünfhaus vom September 2016 erteilte die zuständige Stadträtin Sima jedoch eine Absage.

Im 3 Zeiler der Stadträtin liest sich dies wörtlich so: „Aus fachlicher Sicht der Wiener Linien ist eine parallele Linienführung einer Straßenbahn zur U6 derzeit nicht erforderlich. Die Wiener Linien stützen sich dabei auf die aktuellen Fahrgastzahlen der Linie U6.

 

Wien Anders nimmt die Ablehnung durch Verkehrsstadträtin Sima jedenfalls nicht zur Kenntnis – es wurde eine Unterschriftenkampagne zur Entlastung der U6 gestartet.

 

Hilf bitte mit deiner Unterschrift für diese notwendige Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in Wien zu sorgen.

https://www.openpetition.eu/at/petition/online/wir-wollen-eineentlastung-der-u6

 

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