ein diskussionsbeitrag zum wahlantritt im oktober

und meine antwort darauf.

 

wäre ich grazer, würde ich aus subjektiver grazer sicht wahrscheinlich ähnlich argumentieren.

ich möchte die unbestreitbar gute und erfolgreiche lokalpolitik der kp graz in keiner weise schmälern oder schlecht machen.

die kp graz ist österreichweit vorbild für gute und richtige politik im sinne der menschen.

 

ein rückblick:

ergebnisse der kpö

nrw 2013 stmk 1,8 %

graz 3,4 %

österreich 1,0 %

 

ltw 2015 stmk 4,22 % ein kleiner rückgang gegenüber 2010

ltw 2015 graz 8,36 % ebenfalls ein rückgang

 

graz 2017 20,34 %

graz 2010 19,86 zuwachs 0,48

 

es ist also davon auszugehen, dass die wähler sehr gut zwischen grazer stadtpolitik, landespolitik oder bundespolitik zu unterscheiden wissen.

 

was bedeutet also ein bundesweiter antritt der „grazer“ kp?

vor allem unter berücksichtigung, dass die gallionsfigur elke kahr NICHT zur verfügung steht?

und auch unter berücksichtigung, dass die angeführten mankos der kp graz – mangelnde Positionierungen zu Flucht, Migration und Rassismus in erster Linie, Fetischierung des Nationalstaats in zweiter, klassische sozialdemokratische Stellvertreter*innenpolitik statt Versuche, Wähler*innen aufzuklären und zu ermächtigen in dritter Linie – bei einer bundesweiten wahlen gerade bei engagierten linken sehr viel deutlicher ins gewicht fallen als bei lokalen wahlen.

 

wie realistisch ist es also, dass von den „linken“ restösterreichs die angesprochenen fehlenden positionen zur migrationsbewegung bzw. zum protektionismus am arbeitsmarkt usw. „übersehen“ werden bzw. in kauf genommen werden?

wie steht die kp graz/stmk zur wichtigen frage europa?

ich kann mich da an sehr eigenartige positionen im europawahlkampf 2014 erinnern, die viele progressive linke verschreckt haben bzw. verschrecken würden.

 

Um gegen die ideologischen Mainstream-Strukturen des Print- und audiovisuellen Mediensektors anzukommen, braucht es darüber hinaus eine medientaugliche Gegenerzählung, geeignete, zur Wahl stehende Persönlichkeiten mit Identifikationspotential und Leute an der Basis, die „rennen“.

d`accord

aber welche erzählung hätte die kp graz zu bieten? und welche zur verfügung stehende persönlichkeit mit identifikationspotential?

ohne elke kahr?

und die basis an leuten die „rennen“ ist ausserhalb graz auch bei der kp sehr schmal.

 

warum also – bei einem angestrebten erfolg von 2 %! – das pragmatische nicht pragmatisch sein lassen und die revolution denken?

 

wir von echt rot meinen, dass die kpö alleine – und auch eine kp plus ist eine kpö kandidatur – nicht deutlich über die stammwähler das vorhandene und sich immer weiter öffnende potential links von spö und grünen heben kann.

 

die kpö ist die kpö ist die kpö

und das mein ich jetzt in keiner weise negativ, sondern positiv.

ich hege viel sympathie für die unterschütterliche haltung der kp im kampf gegen antifaschismus und gegen ausbeutung.

ich hege viel sympathie für viele der menschen in der kp die diese haltung auch gegen viele widerstände nicht bereit sind aufzugeben.

 

und diese kpö soll und muss unbestreitbarer bestandteil eines gemeinsamen bündnisses bei einer wahlplattform sein.

 

wir sehen in einem bündnis auch eine wichtige rolle des aufbruch.

einige von der ziellosigkeit (uneinigkeit) vor allem, was einen wahlantritt betrifft enttäuschte sind wesentliche bestandteile unserer initiative.

 

darüber hinaus gibt es noch den wandel oder zb die slp.

und noch sehr viel mehr frei herumschwirrende heimatlos gewordene linke, die kein bedürfnis (mehr) haben einer partei beizutreten (junge grüne zb).

 

wir von echt rot möchten zusammenführen und ergänzen.

die vorteile der einen mit den vorteilen der anderen sollte mehr ergeben also bloss 2 (%).

 

wir wollen nicht top down vorhandene standpunkte (programme) übernehmen, sondern wir wollen und werden neue formen der partizipation präsentieren, die es sehr viel mehr menschen als bisher möglich macht sich in einer neuen linken bewegung einzubringen.

 

so wie sich alles rundum durch digitalisierung verändert, streben wir an, auch demokratie und mitbestimmung ins 21. jahrhundert zu transferieren.

 

auch zeigt ein blick über die grenzen, dass alte formen der parteien nicht mehr wie gewohnt (pragmatisch) funktionieren.

slowenien, portugal, spanien usw. sind beispiele, dass wir näher an der revolution sein sollten.

selbst melenchon in frankreich kann dafür als beispiel herhalten.

 

ja, es ist spät.

aber es ist noch nicht zu spät.

der nun entstande zeitdruck kann leicht als nachteil verstanden werden.

wir meinen jedoch, dass dieser zeitdruck auch ein vorteil sein kann.

es müssen nun entscheidungen getroffen werden.

die „alte krankheit“ der linken alles zu zerreden und dann wieder von vorne zu beginnen und das rad neu zu erfinden ist dadurch hoffentlich ausgeschalten.

 

unsere bitte und unser wunsch ist es, dass sich möglichst viele unvoreingenommen und vorurteilsfrei am 10. juni zu einem gespräch zusammenfinden und das gemeinsame vor das trennende stellen.

wir machen da auch keine zielvorgaben, sondern sehen das als ergebnisoffenen prozess mit einem hoffentlich zufriedenstellenden ausgang für alle beteiligten.

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