Achmed K. (76) aus Birsfelden war Organisator der islamistischen „Arabischen Aktion“. Laut vertraulichen Justiz-Akten organisierte er Militärcamps in der Türkei und plante Anschläge auf Politiker.

 

Und nix steht in der Zeitung, nix kommt im Fernsehen und nix im Radio.

Also fast nix.

Da ist sicher wieder eine Verschwörung der links-linken Presse und der staatlichen Rundfunkanstalten schuld.

 

Nur …

Es handelt sich bei dieser Geschichte nicht um islamistischen Terror, sondern um Nazi-Terror. Achmed K. heisst in Wirklichkeit Hans B. und ist österreichischer Staatsbürger.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt.  Die Akten erzählen vom Versuch, in Europa ein rechtsextremes Terrornetzwerk aufzubauen. Vom Zusammenschluss zahlreicher Holocaust-Leugner mit dem Ziel, die österreichische Bundesregierung zu beseitigen. Zwischen 2014 und 2016 setzte er «konkrete Schritte» zum Aufbau einer «europäischen Befreiungsarmee».

 

Seit 14 Monaten sitz B. nun schon in Wien im Untersuchungsgefägnis. Wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung, staatsfeindlicher Verbindungen und Verhetzung. Bei einer Razzia fand die Polizei Anschlagspläne und Waffen.Das österreichische Gesetz sieht dafür Freiheitsstrafen von bis zu 20 Jahren vor, bei besonderer Gefährlichkeit gar lebenslang.

 

Erst heute kam erstmals ein kurzer Bericht in der ZiB. Aber erst, nachdem am 3.3.2018 in der Schweizer Blick ein Artikel erschienen ist.

 

So schaut die Mär der angeblich so „ausländer- und islamfreundlichen“ Medien aus.

Wie hätten wohl die Schlagzeilen ausgesehen, wenn es wirklich um islamistische Anschläge gegangen wäre?

 

Am Sonntag hab ich von einem Philosophen gelesen: Es ist höchste Zeit sich zu beruhigen.

Dabei bin ich ganz ruhig.

 

Also fast.

Weil gerade wenns um irgendwelche Attentate, Verbrechen oder sonstige angebliche Bösartigkeiten von „Ausländern“ speziell mit muslimischen Hintergrund geht, wird die Wahrheit oft mehr als nur verbogen. Was da an sonderbaren „Nachrichtenquellen“ gefunden und zitiert wird ist erstaunlich.

Sputnik News, Russia Today, Unzensuriert.at und andere auch fremdsprachige Webseiten, alle in der Qualität der Breitbart News.

Oft ist dann allerdings bei ein wenig Recherche sehr leicht überprüfbar, dass an Meldungen gar nichts stimmt, oder Halbwahrheiten so verbreitet werden, dass sie das Gegenteil von „Wahr“ sind.

Aber genau von dieser Seite wird dann am lautesten FAKENEWS und LÜGENPRESSE geschrien.

Ganz nach der Manier von Trump.

 

Dabei stellt sich mir, bei all den Angriffen von Rechten auf die Medien die Frage, ob wirklich irgendjemand glaubt, dass die Eigentümer der Medien (und das sind in der Regel keine Linken) nicht auf die Auflage und somit den Umsatz achten?

Glaubt wirklich irgendjemand, dass da auch nur eine Schlagzeile ausgelassen wird, wenn diese hilft die Auflage und damit den Gewinn zu steigern?

Weil letztendlich sind Medien im Besitz von Unternehmer*innen, die Gewinn machen wollen/müssen. Gerade in Österreich ist doch die Situation so, dass mit der Familie Dichand und Raiffeisen die beiden wesentlichen Player ohnehin – nennen wir es wertfrei – der konservativen Reichshälfte zuzuordnen sind.

 

Und trotzdem kommen in letzter Zeit mit schöner Regelmässigkeit Angriffe der Rechten auf die Medien und die Unterstellung, links-linke Inhalte zu verbreiten.

 

Und da hätte ich dann jetzt gerne erklärt, warum dann eine Story wie die obige nicht für Schlagzeilen sorgt.

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