heut möcht ich euch was ganz was intimes erzählen.

 

nein!

genau das nicht.

ich werd euch nichts über mein „intimleben“ oder das was gemeinhin darunter verstanden wird, berichten.

ihr werdet hier nichts über meine sexuellen vorlieben, neigungen und praktiken lesen können.

und die, die diese noch nicht kennen, aber wissen wollen, können mich ja anrufen oder mir ein mail schreiben. vielleicht erzähl ich ja was. oder vielleicht erzähl ich nicht nur, sondern zeig auch was.

 

andererseits, so intim ist der sex doch auch wieder nicht. weil im regelfall ist man/frau dabei ja zu zweit. die, die dabei zu dritt oder mehreren sind sind ja wohl eher selten. und von intim ist dann auch keine rede mehr. viel öfter kommt es sicher vor, dass das ein einpersonenstück ist. das ist dann schon sehr intim.

 

wobei da jetzt überhaupt gleich die frage auftaucht, was überhaupt intim heißt.

weil ich denk, dass nicht nur der körperliche bereich als intim bezeichnet werden kann. weil wie intim ist es, wenn ich jemanden erzähl, welche probleme ich hab. und wie groß sind die hemmungen jemanden all seine probleme offenzulegen. wie „intim“ sind denn die meisten menschen. erzählen sie selbst ihren engsten freunden all ihre probleme und seelenblähungen? (wobei ich da jetzt gern zugebe, dass es durchaus leute gibt, die ihre intimität sozusagen in einem bauchladen vor sich hertragen und damit kommunikative umweltverschmutzung betreiben. in einem gewissen ausmaß mach ich das ja auch so eine geschichte. aber ihr müßt´s das nicht lesen.)

 

aber zurück zu dem was ich euch erzählen will.

in einer gewissen weise ist das scheisse. aber nicht nur, sondern bei jeder form der ausscheidung.

also jetzt nicht beim chemischen, organischen oder wie immer vorgang der verdauung. sondern was einem so alles passieren kann, wenn einem der eigene körper zur verrichtung der notdurft in irgendeiner form sozusagen zwingt.

 

und ich denk, dass ist schon ziemlich intim. weil das ist ja was, was man meistens schon sehr allein tut. und erzählen tut man ja in der regel auch nicht so freizügig davon. ich mein, männer werden zwar gezwungen auf pissoirs diese grenzen der intimität zu überschreiten, aber so wirklich gern läßt sich da auch keiner aufs zumpferl schauen. frauen habens da besser. im normalfall halt.

 

was ich euch aber erzählen will ist ja ein anderes intimes detail.

und da bin ich jetzt beim wort notdurft angelangt. weil was heißt „not-durft“? ich darf in der not. oder ich hätte gedurft in der not. oder wie? aber ist es nicht so, dass das gar nix mit dürfen zu tun hat, sondern mit müssen? noch dazu in der not. das müßte also eigentlich notmußt heissen. da kann man gar nicht anders!

 

weil was ist, wenn ihr ein häusl brauchts, aber keines in der nähe ist.

und auch kein busch hinter den ihr euch setzen könnts.

so während einer autofahrt.

oder einem spaziergang in der stadt und kein mcdonalds weit und breit.

oder schon fast zu hause, aber halt grad noch nicht. im aufzug z.b. wo man nicht ein und aus kann. und schneller werden kann man auch nicht.

 

kennt ihr dieses gefühl?

schon ganz dringend zu müssen und noch ein paar meter zurücklegen zu müssen. oder überhaupt keine aussicht auf baldige erleichterung.

so ganz kleine kinder habens da gut.

die können und tun einfach immer und überall wo sie sind.

und meistens mit größtem genuß.

aber wir, dem windelalter entwachsenen?

wir brauchen eine örtlichkeit. und wenn wir nicht zu hause sind eine öffentliche noch dazu. (wobei mir das wort bedürfnisanstalt sehr gut gefällt. weil wenn ich das ein bisserl großzügiger ausleg und mir eine anstalt, in der ich all meine bedürfnisse verrichten kann, vorstell, hat das schon was.)

 

was macht man/frau dann nicht alles.

schmerzverzerrte gesichter, unsicherer gang, tänzelnde bewegungen, hilfesuchende blicke.

und kennt ihr auch dieses gefühl, dann endlich, wenn ein passender ort (und je dringender das bedürfnis um so eher ist dann irgendein ort passend) gefunden ist.

 

wobei ich gleich beim nächsten problem bin.

weil ich kenn örtlichkeiten, die durchaus grundsätzlich dazu konzipiert wurden um diesen bedürfnissen stattzugeben, die mir jedoch die möglichkeit rauben diesem auch nachzukommen.

und ich red jetzt nicht unbedingt von sehr südlichen örtlichkeiten die eine gewisse beweglichkeit und zielsicherheit voraussetzen, es aber konstruktionsbedingt menschen in einem fortgeschrittenen alter nahezu unmöglich machen sich menschenwürdig und spurlos seiner ausscheidungen zu entledigen.

nein, ich sprech von anlagen die irgendwann einmal durchaus dem zweck erträglicher verrichtung sehr menschlicher dinge gewidmet waren. die aber dann durch vernachlässigung zu bedürfnisverhinderungseinrichtungen geworden sind.

also mir gehts dann halt so.

wenn´s so richtig stinkt. wenn der dreck der letzten benutzer, die den sinn eines häuselbesens nie begriffen haben, nicht nur riech- sondern noch sichtbar ist. wenn selbst die türschnalle (von klodeckel und klobrille red ich gar nicht) zeichen der unbenutzbarkeit aufweisen, dann muss ich zwar, aber dann kann ich nicht!

 

und der peinlich- und unannehmlichkeiten ist da noch lang nicht schluß.

stellts euch vor, ihr habt endlich einen ort gefunden, der euren hygienischen mindestanforderungen entspricht und ihr endlich dieses gefühl geniessen könnt dem nachzugehen (auch wenns dabei sitzts) was euch schon so lange drängt.

und dann!

… dann ist auf einmal kein clopapier da!

die papiertaschentücher sind draussen im auto!

was dann?

es gibt keine einwegpapierhandtücher.

es gibt keine vergessenen zeitungen.

es gibt nix.

nix was auch nur annähernd geeignet wäre um dem was notwendig wäre folge zu leisten.

 

so jetzt reichts mit den unapettitlichkeiten.

obwohls da noch jede menge zu erzählen gebe.

z.b. kennen einige von euch sicher noch wohnungen mit gang-wcs.

solche die man sich mit den nachbarn teilen mußte.

oder geschichten von ländlichen plumpsvorrichtungen.

oder von gemeinschaftlichen einrichtungen auf die vaterländisch dienende jungmänner gezwungen werden.

die dann auch noch als disziplinierungsmaßnahme der säuberung überantwortet werden.

 

jetzt hör ich den aufschrei der frauen!

ja genau – warum ist häuslputzen eigentlich immer frauensache!

 

aber jetzt hör ich wirklich auf, weil das ist wirklich ein anderes thema.

 

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