ich bin ja jetzt in einem alter, in dem man des manchen mit der eigenen endlichkeit konfrontiert wird.

als wiener ist man ohnehin historisch dazu verpflichtet sich diesem thema rechtzeitig zu widmen.

als exemplarisches beispiel für dies tatsache sei hier das fiakerlied angeführt

ich mein, als fünfzehnjähriger hätt ich mir ohnehin nicht gedacht, dass ich je dreissig werd. und jetzt als sechzigjähriger, denk ich mir, dass ich statistisch gesehen schon noch ein paar jahrl hab.

genau genommen werd ich 81,69 jahr alt. also hab ich noch 21,06 jahre

bösartigerweise sollt ich mich eigentlich über jeden gleichaltrigen, der vor mir a bankl reisst, freuen, weil das meine statistische lebensdauer verlängert.

i bin aber ned so und vergönns an jeden, dass er so lang als möglich überlebt. also fast an jeden.

 

und wer hat nicht schon einmal in vorstellungen geschwelgt, was sich da beim eigenen begräbnis so abspielen wird.

wer wird da aller da sein?

wem tuts wirklich leid und wer ist eher froh, dass ma nimmer lästig sein kann?

da gibt’s dann vielleicht auch den einen oder die andere, denen man den triumph sich selber überlebt zu haben eigentlich gar ned gönnt.

 

man muss ja nicht unbedingt so weit gehen wie der friedrich gulda, der selbst eine todesanzeige lanciert hat, um die nachrufe noch lesen zu können.

zwei wochen später hat er dann im rahmen eines konzertes seine auferstehung gefeiert.

bevor er dann ein jahr später wirklich gstorbn is.

 

ich mein, mir könnts ja eigentlich wurschd sein, was dann ist, wenn ich das zeitliche gesegnet hab.

weil wenn ich tot bin, bin ich tot.

aber irgendwie hat ma ja a verantwortung gegenüber den überlebenden.

jenen, die dann irgendwie die verpflichtung haben, das ganze prozedere einer ordnungsgemässen bestattung über die bühne zu bringen.

da ist es ausgesprochen hilfreich, wenn der verblichene in einem gewissen ausmass vorsorge getroffen hat.

weiss ich aus eigener erfahrung, weil ich diese pflichten gegenüber meinen eltern bereits zu erfüllen hatte.

und weil ich eine, mir in gegenseitiger liebe verbundene, verantwortungsvolle frau hab, hat die mich dazu animiert, meine pflichten wahrzunehmen und für den fall der fälle vorzusorgen.

wir haben uns also schon ein platzerl unter einem uns genehmen baum ausgesucht, das dem behältnis der wenigen überreste als ort eines eventuellen gedenkens dienen soll.

 

im zuge dessen, kann/soll ma auch schon gewisse abläufe für die verabschiedungszeremonie festlegen. das steht ma noch irgendwie bevor.

und das ist auch der eigentliche grund für diesen text.

weil ja musik in meinem bisherigen leben eine wichtige rolle spielt sollt dann auch ganz am ende was gespielt werden, was mir und meine leben auch entspricht.

sonst wirbelts noch die asche in der urne herum.

es gabad da so einige sachen, wo mein geist ziemlich erzürnt die verantwortlichen sekkieren tät.

und und damit des ned passiert weil ich dann eigentlich a ruh haben will, mach ich halt eine „play-list“.

 

und weil ich bin wie ich bin, sollt die halt keinesfalls ganz trivial sein. also so mit ave maria und so. ned amal das bei derartigen gelegenheiten schon zu tode gespielte „my way“ möchat ich dann (eh nicht) hören. auch nicht in der version von der nina hagen!

 

schon als fünfzehnjähriger, gleich wie ich das zum ersten mal gehört hab, hab ich gewusst, dass müssens dann, wenns so weit ist, spielen.

deep purple – child in time

daran hat sich nix geändert.

das muss sein. in voller länge.

 

dann hab ich gleich noch einen song, der mir erinnerungen an meine pubertät beschert.

mein erster tanz in meiner ersten verliebtheit mit dem begehren meiner feuchten träume.

der text ist zwar äusserst ungeeignet um romantische gefühle hervorzurufen, viel eher passend zum anlass der heutigen playlist. aber das war damals vor 46 jahren ziemlich egal und der hat uns nicht interessiert. hauptsache langsam.

canned heat – the story of my life

und wenn ma schon dabei sind.

natürlich haben frauen in meinem leben eine wichtige bestimmende rolle gespielt. das lied

sexbomb vom tom jones

auf einer einäscherung wär aber sogar für mich zu schräg.

stellvertretend für all die wichtigen frauen in meinem leben daher

edith piaf – la vie en rose

so wies für meine erste verliebtheit einen song auf der liste gibt, gibt’s auch einen für die letzte liebe.

mit einem passenden text

Tanz Baby! – und dann bleib ich

da gibt’s aber noch zwei frauen in meinem leben.

eine davon meine tochter.

und wie ich dann das erste mal mit ihr allein daheim war und sie geschlafen hat, hab ich ihr das da vorgespielt

jj cale – sensitive kind

komplizierter ist das mit meiner mutter.

aber auch ganz eindeutig.

weil wenn ma so lebt, passiert einem halt allerhand.

schönes und weniger schönes.

und da gibt’s einen zeitpunkt in meinem leben, wo ich mich von der ganzen welt verlassen fühlte.

und einen song, der so ganz genau die traurigkeit und einsamkeit widerspiegelt, die ich zu diesem zeitpunkt empfunden hab.

I have nothin to leave for and look like nothing gonna come back again

 ottis redding –  (Sittin‘ On) The Dock Of The Bay 

dazu dann auch passend

john mellencamp – the full catastrophe

vor allem, weil dieser song meine einstellung zum leben widerspiegelt, aber auch, weil da ein für mich wesentlicher satz vorkommt:

Ain’t looking for a fight – But you know I won’t run away

 

weil so eine trauerzeremonie ja nicht die halbe ewigkeit dauert – auch wenns einem manchmal so vorkommt – geht’s schön langsam dem ende zu auf dieser playlist.

(auch wenn mir eigentlich noch ein haufen songs am herzen liegen und gut passen täten)

mit einem song, dem anlass entsprechend und hoffnung verbreitend – weil am ende hoffen doch alle irgendwie, dass es ned wirklich vorbei is mit dem tod.

johnny cash – ain´t no grave

ganz zum schluss aber muss dann das da sein

forever young in der version von audra mae

 

und dann wünsch ich mir, dass mich alle die mich mögen mit genau diesem forever young-gefühl in erinnerung behalten.

 

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