ich steh auf so knusprige frischgebackene brotscherzel.

richtig resch halt.

und dann so reinbeissen, dass es nur so kracht.

hab ich unlängst gemacht.

 

und die folgen waren fürchterlichst.

ich war partiell zahnlos.

zahnluckert wie man so schön sagt.

noch dazu in einem bereich der der öffentlichkeit nicht verborgen bleibt.

abgesehen von den überwindbaren, aber unerwünschten schwierigkeiten beim aufnehmen fester nahrung erfordert eine derartige reduzierung meines gebisses auch eine kosmetische korrektur.

 

was blieb, war der weg zum zahnarzt.

ist ein arztbesuch an sich schon ein übel, so ist der erzwungene besuch beim „pappenschlosser“ die unannehmlichkeit zur potenz.

schon der geruch beim betreten der zur behandlung vorgesehenen räumlichkeiten bereitet mir ein unbehagen, dass mich nur durch eine überragende vernunft nicht dazu verleitet auf der stelle die flucht zu ergreifen.

 

und es kam, wie es kommen mußte.

ein irreparabler schaden.

es mußte für ersatz gesorgt werden.

wer jetzt an eine krone denkt, hat ein königliches gemüt.

leider nein. nicht mehr möglich.

ich war ein fall für eine prothese!

 

dass dazu die noch vorhandene, noch dazu tief sitzende wurzel extrahiert werden mußte war mehr als das berühmte häubchen sahne in bundesdeutscher diktion.

und einen haufen geld hab ich nebenbei bemerkt auch noch dafür abgelegt.

 

jetzt bin ich also prothesenträger!

ein mehr als deutliches zeichen meines fortgeschrittenen alterungsprozesses.

 

ich mein, dass ich den großteil meines lebens mit sehbehelfen sehenden auges durchs leben ging, hat mir bis jetzt keinerlei probleme bereitet.

erstens ist durch die verwendung von kontaktlinsen keinerlei kosmetischer nachteil gegeben.

zweitens besteht durch die geschickte auswahl des brillendesingns die möglichkeit die eigenen intellektuellen fähigkeiten über gebühr darzustellen.

und drittens gibt es die ausrede als kind viel gelesen zu haben und deshalb einer verschlechterung der dafür vorgesehen werkzeuge anheim gefallen zu sein.

 

auch der schüttere haarwuchs läßt sich durch den hinweis auf eine aussergebührlich hohe testosteronproduktion ins positive kehren.

 

aber wie erklär ich eine zahnprotese?

 

diese ansammlung von verfallserscheinungen läßt keine andere wahl als die bittere wahrheit zur kenntnis zu nehmen.

 

und was kommt als nächstes?

die prostataoperation?

viagra?

 

apropos viagra.

stellts euch einmal die sinnlichkeit einer zahnprotese im wasserglas auf dem nachtkastl vor.

und es muss ja gar nicht das nachtkastl sein. das aufbewahrungsbehältnis im badezimmer reicht für die abtötung der lüste völlig aus.

da nutzt auch eine grosspackung viagra nix.

der anblick des protheseneignenden, diese putzend, löst wohl bei keiner frau irgendwelche sinnlichen gelüste aus.

ausserdem:

wollts ihr mit jemanden schmusen, der einen haufen plastik im mund hat?

eben!

 

so eine prothese ist der tod jeder sinnlichkeit.

und nicht nur der erotischen.

 

auch beim essen ist das ding äusserst hinderlich.

der chuchill hat gesagt, essen ist der sex der alten männer.

und jetzt weiß ich: er hat sich getäuscht!

 

weil essen ist nur dann sinnlich, wenn ich die möglichkeit habe zu beissen und zu kauen. und das ist mit einer prothese nur mehr eingeschränkt möglich. auch das schmecken wird in mitleidenschaft gezogen.

und alte männer haben in der regel halt nicht mehr alle zähne und dementsprechend prothesen.

also hat er sich getäuscht!

 

was bleibt mir also noch?

als einzige freude in meinem leben bleibt mir das herumgranteln und sekkieren anderer leute.

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