So titelt „Die Presse“ und nein, das ist keine Anleitung zum Konsum von (noch) illegalen Drogen.

Vielmehr ist es eine Orientierungshilfe für Investoren im wachsenden Börsengeschäft mit Cannabis.

 

Die erste Phase des Hypes mit spektakulären Vervielfachungen der Branchenkurse hat Ende 2017 begonnen, als Kalifornien als achter US-Bundesstaat Hanfanbau und -konsum straffrei gestellt hat. Nach zum Teil gewaltigen Rücksetzern folgte Mitte September die zweite Hypephase, da Kanada nach Uruguay Marihuana gänzlich liberalisierte. Und nach abermaligen Rücksetzern schlugen Mitte dieser Woche die Kurse kurzzeitig wieder nach oben aus. Grund war, dass Michigan als neunter US-Bundesstaat Cannabis für den Freizeitkonsum legalisierte und US-Justizminister und Cannabisgegner Jeff Sessions sein Amt verlor.

 

Gleichzeitig zeigt dieser Artikel, wohin die Reise international geht.

Österreich dagegen hängt noch immer im verlorenen „War on Drugs“ fest. Im Gegenteil wird der Druck auf Konsumenten erhöht und Drogenkriminalität „produziert“.

Selbst die Nutzung der eindeutig positiven Wirkungen im medizinischen Bereich wird bekämpft.

 

Der weltweite Trend dagegen läuft in eine andere Richtung

Big Business Is Taking Over the Cannabis Industry

 

Rund knapp fünf Millionen Kanadier haben im vergangenen Jahr umgerechnet 3,7 Milliarden Euro für Cannabis ausgegeben. Dies entspricht in etwa dem Umsatz der Bierindustrie in dem Land und liegt über dem Umsatz der Tabakindustrie.

 

Mit allen Nachteilen und Auswüchsen, die der internationale Kapitalismus zu bieten hat.

Man denke an die Entwicklungen in der Digitalisierung und die Monopolstellungen einzelner Unternehmen. Software-Riese Microsoft z.B. wittert bereits seine große Chance und beteiligt sich als erster Großkonzern am Marihuana-Business. Monsanto darf dann dabei natürlich auch nicht fehlen.

 

Noch hätte Österreich die Möglichkeit einen eigenen Weg zu gehen.

Cannabis-Social-Clubs wäre eine der Varianten.

Sie verstehen sich als eine Interessengemeinschaft und Interessenvertretung von Cannabisnutzern, deren Freunden und Angehörigen. Sie haben sich als demokratische und transparente Gemeinschaft nach deutschen Vereinsrecht organisiert. Das heißt, es gibt einen ordentlich gewählten Vorstand und eine demokratisch abgestimmte Satzung, sie agieren offen und öffentlich.

 

Strenge Auflagen und Kontrollen für den Selbstanbau (ähnlich dem privaten Brennen von Schnaps), verstärkter Jugendschutz, vermehrte Aufklärung und Prävention (vor allem an Schulen), Abgabe aus lizenziertem kontrolliertem Anbau in Apotheken oder Trafiken und die Einbeziehung des grossen Bio-Sektors in der Landwirtschaft wären der richtige und zukunfsträchtige Ansatz um die Causa „Legalize-It“ für alle Beteiligten befriedigend zu lösen.

 

Aber Vernunft und Weitsicht stehen nicht im Regierungsprogramm von Schwarz/Blau.

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