Am 24. Jänner 2018 verkündet Vizekanzler Strache im Zuge der Liederbuch-Affäre:

„Burschenschaften haben nichts mit der FPÖ zu tun“

 

Ein Jahr später – Strache und seine FPÖ werben im Programmheft des Linzer Burschenschaftballes – mit der sogenannten Biertonne (Burschenschafterkappe) auf dem Kopf.

Straches Burschenschaft heisst Vandalia.

Ihr Waffenspruch lautet „Die blanke Wehr für Deutschlands Ehr!“

 

Interessant auch, wie Burschenschaften immer noch in der Vergangenheit leben. Die „Teutonia“ zum Beispiel postet am 2. Februar 2019 (!)

Zusammen mit Farben-, Kartell- und Verbandsbrüdern aus der Ostmark, der BRD und Flandern lassen wir ein weiteres erfolgreiches Semester ausklingen.

Prominentes Mitglied der Teutonia: FPÖ-Verteidigungssprecher Reinhard Eugen Bösch, der auch Vorsitzender des Landesverteidigungsausschusses des Nationalrates ist. Zu diesem Posting nimmt er der APA gegenüber folgendermassen Stellung:

Er kenne diesen Beitrag nicht. Konkret zur Verwendung des Begriffes „Ostmark“ sagte er: „Das ist ein historischer Begriff, den ich nicht kommentiere.“

Das ist jener Bösch, der in „Afrika einmaschieren und Land besetzen will“.

 

Auch noch interessant, das Selbstporträt der Wiener Burschenschaft Olympia.

Der rechte Weg

 

Doch zurück zum Burschenschafter-Ball in Linz.

In Oberösterreich werden deutsch-völkische Burschenschaften mit viel Geld von der Landesregierung gefördert. Das berichtet der „Falter. Die geförderten Burschenschaften tragen Namen wie „Ostmark“ und „Donauhort“. Der „Waffenspruch“ der Burschenschaft „Donauhort“ lautet: „Was gibt es hier? Deutsche Hiebe!“. In den vergangenen Jahren wurde die Förderung für die Burschenschaften drastisch erhöht.

 

Der oberösterreichische Landeshauptmann Stelzer hat den Ehrenschutz des Balles übernommen und liess sich auch durch ein im Programmheft  mit dem Text des SS-„Treuelieds“ nicht von einem Besuch abhalten. Trotz eines Mahnbriefes Prominenter und KZ-Überlebender.

Ausgerechnet am Jahrestag der „Mühlviertler Hasenjagd“ den Ehrenschutz für einem Ball zu übernehmen auf dem nachweislich jedes Jahr auch rechtsextreme Gäste anwesend sind, ist eines oberösterreichischen Landeshauptmannes unwürdig.
Wenn man derart geschichtsvergessen agiert, ist das ein deutliches Zeichen der eigenen Geisteshaltung. Es war immerhin Oberösterreich wo im Februr 1945 mehr als 500 aus dem KZ Mauthausen ausgebrochene Häftlinge unter Beteiligung der Zivilbevölkerung ermordet wurden.
Es wäre ihm besser angestanden, an diesem Tag einen Gedenktag abzuhalten!

Aber Stelzer tanzte am lieber am Ball der Burschenschafter.

 

Da passt es auch gut ins Bild, dass Kritiker an diesem Vorgehen Im ÖVP-Parteiorgan „Volksblatt“ als „Brunnenvergifter“ bezeichnet werden. Ein eindeutig antisemitistischer Vorwurf.

 

Aber eigentlich musste jedem schon nach dem ZiB2-Interview von Stelzer am 31.1.2019 klar sein, dass sich diese „neue ÖVP“ in keiner Weise mehr von der FPÖ unterscheidet.

Beide tief versinkend im braunen Sumpf.

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