“anything that can go wrong will go wrong.”

murphys law

ich hab mich, weil ich zwar nicht feig, aber achtsam bin und mir nicht auf den hoffentlich letzten metern der pandemie noch was einfangen will, schon vor wochen für den „booster“, also die 3. impfung, angemeldet. 6 monate nach dem zweitstich. weil wer nicht mit scheuklappen durch diese welt läuft, dem war schon seit einiger zeit klar, dass da im herbst noch amal a ordentlich grosse coronawelle auf uns zukommt.

und weil ich geglaubt hab, ich bin clever, hab ich mir in der impfstrasse meines vertrauens im impfzentrum mba18 einen termin für samstag um 9.00 uhr früh ausgesucht. ich hab geglaubt, da ist so gar nix los, das geht sehr schnell und danach kann ich dann gleich den wochenendeinkauf erledigen.

dann komm ich zu meinem impftermin und da ist die hölle los. menschenmassen.

aber weil das dort alles wunderbar organisiert abläuft hat es dann eh nur a bissl mehr als a halbe stunde gedauert. und weil ich schon dort war, hab ich gleich volles programm genommen und mir auch ein influenza-jauckerl verpassen lassen.

jetzt fühl ich mich ein bissl so unverwundbar wie der achilles und der siegfried miteinander, weiss allerdings nicht, ob mein ungeschützter bereich beim schulterblatt oder an der ferse ist. oder überhaupt ganz woanders. egal.

warum waren plötzlich so viele impfen?

die miss elli kritisiert noch an anfang juli die verschärfung der massnahmen in wien.

und unser ex-kurz-kanzler hat doch mehrfach betont, dass die pandemie vorbei ist. sogar noch bei den sommergesprächen.

aber da waren halt die wahlen in oberösterreich. da kann man so eine pandemie als spassbremse ned wirklich brauchen.

und dann passiert halt, was passieren musste – we did it again – we make austria first again – wie sogar das WEF zur kenntnis nehmen muss.

rekordzahlen bei den neuinfektionen. steigende zahlen bei den spitalaufenthalten und todesfällen.

wobei – das hätte ja eigentlich gar nie passieren können – weil ja die pandemie eh vorbei ist.

auch, wenn die miss elli noch immer meint: oberstes ziel muss es sein, dass die heurige wintersaison stattfindet, ist dann den „neuen“ (bundeskanzler und gesundheitsminister) nix anderes mehr übergeblieben, als dem weg des wiener bürgermeisters zu folgen und die massnahmen zu verschärfen. dem „stufenplan“ zu trotz.

Vizekkanzler Kogler argumentiert das so: „Man habe mit den Bundesländern gemeinsam Ende Sommer den Stufenplan entwickelt. Die Dynamik des Infektionsgeschehens führt jetzt eben dazu, dass wir mehrere Stufen gleichzeitig in Kraft setzen.“

Damit gilt ab Montag, 8. November, die 2G-Regel österreichweit: In der Gastronomie, Hotellerie, im Kulturbereich und im Sport haben nur noch geimpfte und genesene Personen Zutritt. Am Arbeitsplatz bleibt 3G, also Tests als Alternative, möglich. Die FFP2-Maske wird im gesamten Handel, in Museen und in Bibliotheken Pflicht. Der grüne Pass gilt künftig nach der zweiten Impfung neun Monate lang, danach ist für ein gültiges Zertifikat eine dritte Dosis nötig.

da das bedeutet, dass wer nicht geimpft oder genesen ist, nicht mehr ins restaurant oder zum friseur darf, wird der andrang beim impfen auch als „schnitzelpanik“ bezeichnet.

insgesamt also mehr als 30.000 impfungen am samstag, davon 10.488 erstimpfungen. am meisten in wien mit 2.245. und gefühlt waren die alle um 9.00 uhr in der martinstrasse.

sonntag ruhetag

negativ auffallend wieder einmal die bundesländer mit der höchsten tagesinzidenz, oberösterreich und salzburg, mit jeweils über 900. in OÖ war nur eine impfstraße (in seewalchen am attersee) in betrieb (aber auch nur am nachmittag). das führte zu wartezeiten bis zu 3 Stunden. zur erinnerung: oberösterreich hat die niedrigste durchimpfungsrate in ganz österreich. in salzburg war offenbar überhaupt keine impfstrasse in betrieb. das führt zur vermutung, dass es verkehrstechnisch und klimatisch begründet war keine weiteren straßen zu öffnen. man konzentriert sich derweilen lieber auf die skilifte. miss elli lässt grüssen.

in vorarlberg herrschte ebenfalls sonntagsruhe, die nächste chance, sich in bregenz impfen zu lassen, gibt es am donnerstag. in niederösterreich waren zwar Impfbusse unterwegs, aber die impfstrassen blieben zu. das bleibt auch noch bis mittwoch so. erst dann sperren acht standorte wieder auf. in der steiermark wird auch erst wieder ab montag geimpft. in innsbruck war ebenfalls geschlossen. in kitzbühel kann man sich überhaupt nur einmal die woche (immer freitag für 3 stunden) immunisieren lassen.

in kärnten, dem burgenland (jeweils 4 standorte) und in wien gab es auch am tag des herrn ausreichend möglichkeiten sich impfen zu lassen.

auch bemerkenswert, wenn man sich in OÖ heute für die 1. impfung anmelden möchte, ist der früheste termin der 17.11. An einigen standorten erst anfang dezember. offensichtlich sind dort alle von der verstärkten nachfrage überrascht.

jetzt kann man natürlich sagen, die hätten auch schon früher impfen gehen können.

irgendwie selber schuld, kein mitleid.

andererseits aber besser jetzt als nie.

warum geh ich überhaupt impfen

weil ich ja auch nicht glaub, dass die erde eine scheibe ist, oder dass die mondlandung im dead valley von hollywood gefakt wurde. weil ich mir weder eine neue ölheizung oder einen kohlenofen zulegen würde und mir keinen uraltdiesel anstatt eines e-autos kaufen tät.

ich also ein gewisses grundvertrauen in wissenschaftliche erkenntnisse und moderne medizin hab und ausserdem schon einige impfungen hinter mir hab und ich leb (grad deswegen?) noch immer.


ja, ich weiss, dass es das risiko von nebenwirkungen gibt. diese nebenwirkungen sind aber deutlich geringer als jene beim rauchen oder gar saufen (ich geb zu ich tschick wie ein schlot aber ich sauf nicht). von den nebenwirkungen bei pfizers blauen pulverln mag ich gar nicht erst erzählen. bis jetzt wars bei mir jedenfalls so, dass ich ausser der einstichstelle gar nix gespürt hab. ein bissl müd war ich nach der 2. impfung. aber das bin ich eh immer.

und ja, ich weiss, dass ich mir das virus trotzdem einfangen kann. niemand hat einen 100 %igen schutz versprochen. aber mit der impfung ist die wahrscheinlichkeit daran schwer bzw. überhaupt zu erkranken deutlich verringert.

statistisch schaut das so aus.

aktuell sind ca 2/3 der bevölkerung in österreich geimpft. also müssten, wenn die impfung nix nutzt, auch 2/3 der covidpatienten in den krankenhäusern geimpft sein.

ist aber nicht so.

es ist nicht amal umgekehrt, sondern ganz anders.

auf 235 ungeimpfte kommen 102 geimpfte in der normalstation. in der intensiv ist das verhältnis 72 zu 13.

in wien 231 zu 39 bei normal hospitalisierungen und 101 zu 8 in ICUs

(aktueller stand spitalbelegung 8. 11.2021 – Derzeit befinden sich 2.002 Personen aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung. Davon werden 377 auf Intensivstationen betreut.)

um es ganz einfach zu rechnen – es müssten also in österreich (wenn die impfung nicht wirkt) nicht nur 102 sondern 470 geimpfte im spital liegen und auf der intensiv 144 anstatt 13.

in wien 462 statt 39 bzw 202 statt 8. (immer pro 1 mio bewohner gerechnet)

diese rechnung ist so einfach, dass sie selbst simple gemüter nachvollziehen können müssten.

die impfung ist also eine abwägung verschiedener risikofaktoren.

is a bissal so, wie im erdgeschoss vom feuer eingeschlossen zu sein.
spring ich aus dem fenster und verstauch mir dabei vielleicht den knöchel, oder wart ich lieber bis ich verbrenn?

jetzt hört man immer wieder das argument, dass, wenn die impfung so toll ist, die ungeimpften für die geimpften ohnehin keine gefahr mehr darstellen.

das gilt natürlich nicht einmal unmittelbar, weil ja kein 100 %iger schutz besteht.

mittelbar ist die gefahr natürlich eine andere und viel grösser.

also stellt euch vor, die intensivstationen sind alle voll ausgelastet – dieses stadium haben wir erreicht. und dann hab ich einen schweren verkehrsunfall.
oder einen herzinfarkt oder einen blinddarmdurchbruch oder ich brauch eine andere dringende, schwere operation und ich brauch ein intensivbett.
und ich krieg keins, weil die voll mit ungeimpften covidfällen sind.
oder halt doch eines, aber das personal in der intensiv ist schwer unter druck, weil ein covidpatient eine frische lunge braucht.
oder oder oder
das risiko von fehlern in spitälern steigt einfach durch die überbelastung – nicht nur auf der intensivstation.

und drum ist es unsozial sich nicht zu schützen.

meine conclusio:

2G zeigt also wirkung. jetzt noch die pcr-tests kostenpflichtig machen (mit einer übergangsfrist zb ab 1.1.2022) und wir brauchen keine impfpflicht (bei einigen berufsgruppen wie im gesundheits-, pflege- oder bildungsbereich wird sie trotzdem notwendig sein). und – ebenfalls notwendig und wichtig – die lückenlose kontrolle dieser massnahmen. ähnlich derer in griechenland.


es muss also dann niemand zur impfung gezwungen werden. aber ungeimpfte müssen dann immer testen gehen und immer (wirklich IMMER und ÜBERALL) ffp2-maske tragen.

in diesem sinne:

bleibt´s xund und losst´s eich nix gfoin!

passt´s auf eich auf und wehrt´s eich!

p.s.:

noch ein thema zum thema. nicht das wesentliche, aber unbeachtet solls halt auch nicht bleiben.

die finanziellen aspekte des impfens bzw. nicht impfens.

ich bin sehr dafür, dass die impfung aus steuermitteln bezahlt wird. das eventuell notwendige testen soll sich jeder selber zahlen, der ohne grund auf die impfung verzichtet.

a so a jaukerl moderna (ist ja angeblich das teuerste zeugs) kostet ca. € 30,- dh meine 3 haben nicht amal an 100,- gekostet.
demgegenüber die kosten für einen tag eines intensivpatienten.

so eine covid-behandlung auf einer intensiv verdienst als normalsterblicher dein ganzes leben lang nicht.

und da sind jetzt die volkswirtschaftlichen auswirkungen des nichtimpfens (long-covid oder auch normale krankenstände usw.) noch gar nicht mitgemeint.

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