Möge die Erde über ihm Beben.

 

Mein Lieblingssatz vom Professor Stefan Weber:

„Des was i eh, dass da Mathelehrer oasch is“

Gefallen in Phettbergs Nette-Leit-Show.

Glücklich ein Land, in dem ein derart radikaler Künstler gleichzeitig an einer normalen Schule unterrichten darf/kann. Glücklich eine Stadt, die in der Lage ist einem derart verhaltensauffälligem Anti-Spiesser das Goldene Verdienstkreuz umzuhängen.

 

Musiker wie Falco, Heli Deinböck oder Jazz-Gitti gingen durch seine „Schule“.

Beeinflusst vom Wiener Aktionismus und der „Uniferkelei“ war nichts weniger als die Weltrevolution sein Ziel. Das wars dann zwar nicht, aber immerhin wurde nach heftigen Diskussionen und der Beschlagnahme des ersten Longplayers „Blutrausch“ das österreichische Mediengesetz geändert – erst danach konnten die Tonträger von Drahdiwaberl erscheinen, ohne dass die Polizei das Vinyl wieder einzog.

Wo Weber auftrat, eskaliert das anarchistische Chaos. In der Wiener Stadthalle bekam Drahdiwaberl Saalverbot und so zeigte er eben der New Yorker Kunst-Schickeria, was eine echt österreichische Sauerei ist.

 

Wer je ein Drahdiwaberl-Konzert gesehen hat weiss:

He was the King of bad taste.

Das hatte sich dann auch irgendwann bis nach New York herumgesprochen.

Und es kam eine Einladung zum New Music Seminar. Im Jahr 1991.

Zu einem Zeitpunkt, zu dem die Rock-Karriere eigentlich schon beendet und die Band 2 Jahre zuvor  aufgelöst wurde.

 

„20 Jahre Drahdiwaberl – das letzte Konzert“. Messepalast Wien 1989

Aber hey – New York – wer kann da schon nein sagen?

Also wurde von der alten Band aktiviert, was zu aktivieren war.

 

1991 gastierte Drahdiwaberl dann im Palladium in New York und schockierte das Publikum mit einer besonders grellen Show. Der Auftritt wurde zu einem besonderen Ereigniss. Der Blow-job war nicht nur simuliert, der Geschlechtsverkehr nicht nur angedeutet und die Stripperin zog sich wirklich aus. Der Herr Professor schoss mit Platzpatronen ins Publikum und verspeiste rohe Leber. Und wie bei Drahdiwaberl üblich wurde das Publikum mit diversen Körperflüssigkeiten konfrontiert und diverse Lebensmitteln auf der Bühne drapiert.

Der Skandal war perfekt.

 

Ein Videomitschnitt dieses Auftrittes wurde von einer amerikanischen Sendung namens F.U.C.K 69 erstellt und noch im gleichen Jahr in geringer Auflage in Österreich veröffentlicht.

Dieses Video des Konzertmitschnitts, die „Drahdiwaberl-Schweinerei in New York“, war in Deutschland verboten und wurde bei den Fans zu Unsummen gehandelt.

 

Stefan Weber sagt zu seinen Auftritten:

Das Obszöne wird nur von jenen gesehen, die selber obszön sind. Es gibt nix schweinisches bei uns auf der Bühne. Nur wer mit den Augen eines Schweins unsere Show betrachte, sieht dann eine Schweinerei.

Und er sagte zu seiner Karriere:

„Es war schon immer mein Ziel, Drahdiwaberl zur extremsten und obszönsten Band zu machen und ich glaube, das haben wir geschafft“

 

Er möge in Frieden ruhen wäre beim Professor unangebracht und das wird’s bei ihm auch sicher nicht spielen.

Viel eher können die sich dort, wo er jetzt ist, auf eine riesengrosse Party freuen.

Let´s have a MULATSCHAG

 

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