wenn ma so die schlagzeilen des boulevards liest, muss einem ja angst und bang werden.

da traut ma sich ja kaum noch vor die tür, so schlimm ist es um unsere sicherheit bestellt.

auf unseren strassen herrscht mord und totschlag.

wir waten sozusagen im blut der begangenen gewalttaten.

also wenn das wahr wäre, was die so schreiben.

 

die schlagzeilen der schundblattln:

 

heute:

Kriminalstatistik für 2016:

Zahl der Straftaten explodiert

 

krone:

verbrechenshotspot

55 % mehr sexübergriffe!

 

was für ein schwachsinn!

die reinste hetze und angstmache mit maximal homoäpathischen spuren von wahrheit!

 

die „explosion“ drückt sich in einer zunahme von 3,8 % gegenüber dem vorjahr aus.

wobei man dabei deutlich machen muss, dass die zahl der delikte im jahr 2015 einen historischen tiefstand erreicht hatte.

es lohnt sich also ein blick auf die letzten zehn jahre.

delikte insgesamt etwa am stand von 2010 (534.351) – 2016 (537.792)

höchststand in den letzten 10 jahren 2007 (592.636)

tiefststand 2015 (517.869)

und das ganze bei einer neuen rekordquote bei der aufklärung von 45,9 für das jahr 2016 %.

schlechteste quote 2008 – 38,2 %

 

ein etwas genauerer blick auf die einzelnen delikte zeigt ebenfalls interessantes

rückgang bei einbrüchen in wohnungen und wohnhäuser

2009 – 21.165

2016 – 12.975

 

kfz-diebstahl

2009 – 8.945

2016 – 2.994

 

wirtschaftskriminalität

2012 – 56.331

2016 – 53.905

2008 – 43.252

 

und die „zunahme“ bei gewalttaten liefert folgendes bild:

2012 – 44.290

2016 – 43.098

und das alles bei der höchsten je festgestellten aufklärungsquote von 83,9 %

 

wirklich deutlich gestiegen ist nur die cyberkriminalität

2007 – 2.854

2016 – 13.103

 

auch ziemlich interessant sind die 55,5 % der sexuellen übergriffe (für wien), die der krone als schlagzeile dienen.

 

2012 – 508

2016 – 655

 

dazu gibt es im kriminalitätsbericht des bmi folgende anmerkung:

Durch die Neuformulierung des Paragrafen „Sexuelle Belästigung und öffentliche geschlechtliche Handlungen“ (§ 218 StGB) ist die Zahl der Anzeigen von 1.228 im Jahr 2015 um über 56 Prozent auf 1.918 Anzeigen im Jahr 2016 angestiegen.

und das alles bei einer sehr hohen aufklärungsquote von 86 %.

 

auch ein blick auf die herkunft der ausländischen straftäter bringt überraschendes:

tatverdächtige ausländer nach nationen

11.021 rumänien

9.724 deutschland

9.557 serbien

 

natürlich ist jede strafttat eine zuviel.

es wäre allerdings blauäugig sich eine gesellschaft ganz ohne kriminalität vorzustellen.

 

aber ..

es zeigt ein blick auf die zusammensetzung der gesamtbevölkerung (mit einer deutlichen zunahme von „nichtösterreichern“ um 66 % in den letzten zehn jahren), dass es da ganz natürlich auch eine zunahme bei den täter geben muss (eine statistik über die herkunft der opfer gibt es nicht!). bei einer insgesamt sinkenden kriminalität!

anzahl nichtösterreicher

2007 – 804.779

2017 – 1,342.758

 

dabei verhält sich das ebenso wie bei der extra angeführten gruppe der asylwerber

Unterteilt nach Aufenthaltsstatus hat die Gruppe der asylwerbenden Menschen mit 54,2 Prozent den größten Anstieg zu verzeichnen (2016: 22.289 Tatverdächtige, 2015: 14.458 Tatverdächtige). Dieser Anstieg lässt sich in absoluten Zahlen vor allem auf Diebstahls-, Körperverletzungs- und Suchmitteldelikte unter den Asylwerbenden erklären.

dabei wird kein bezug zur gesamtanzahl der in österreich anwesenden asylwerber hergestellt.

so ist gerade der anstieg der asylwerber ab herbst 2015 signifikant.

waren es im jahr 2014 etwa 28.000 sind es bis ende 2016 ca. 150.000

also etwa das fünffache (500 %) an menschen in der angesprochenen zielgruppe.

da erscheint ein anstieg um 54 % bei den tatverdächtigen nicht aussergewöhnlich.

im gegenteil – rein statistisch ist das eher ein sehr geringer anstieg.

 

zweitens ist festzuhalten,  dass es eine aufgliederung der asylwerbenden tatverdächtigen nach deliktgruppen geben müsste um entsprechend gegensteuern zu können.

handelt es sich dabei hauptsächlich um (klein)kriminalität wie ladendiebstähle oder die berühmten kleindealer oder um kapitalverbrecher?

 

alles in allem ist aber der soeben veröffentlichte sicherheitsbericht des BMI alles andere als ein grund zu aussergewöhnlicher sorge und schon gar keine faktische grundlage um zusätzliche ängste zu schüren.

dieser bericht bestätigt, dass österreich weltweit eines der sichersten länder ist und unsere polizei gute arbeit leistet.

 

ebenso wie die schlagzeilen des boulevards bestätigen, dass ihr anliegen nicht information oder seriöser journalismus ist, sondern sie sich ausschliesslich dem handwerk der hetze verschrieben haben.

 

http://www.bmi.gv.at/cms/BK/publikationen/krim_statistik/2016/Web_Sicherheit_2016.pdf

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