na bumm heut komm ich euch wieder sehr predigerhaft daher.

aber heut geht´s auch um italien. da ist es kaum zu vermeiden ein bisserl einen weihevollen ton anzuschlagen. schliesslich und endlich ist italien ja das gelobte land,

italien!

da gibts den besten espresso von der ganzen welt.

die fahren auf der richtigen seite und das noch dazu so richtig gut. wer braucht schon rote ampeln oder sperrlinien?

das essen ist selbst im tiafsten beisl weltklasse.

und der passende rote – vino de tavola – dazu auch.

den euro habens auch und die preise sind akzeptabel. obwohl ich zugeb, dass mir die lire ein bisserl abgehen. weil so mit den hunderttausendern herumschmeissen war schon ok.

was im fernsehen läuft ist wurscht – jedenfalls ist es nicht cricket.

und die frauen!

weil auch wenn die italienischen frauen auch net alle wirklich schönheiten sind, bewegen und kleiden sie sich doch mit einer grandezza, die seinesgleichen weltweit sucht.

 

schon die reise nach italien ist ein erlebnis.

dabei kommt mir natürlich zu gute, dass das net so weit weg ist und mir der flieger erspart bleibt.

also mit dem auto (obwohl so ein schlafwagen eine durchaus reizvolle alternative darstellt).

schon am wechsel kommen die ersten jugenderinnerungen.

damals (also wie ich noch jung war) hats die autobahn ja nur bis wiener neustadt gegeben. und dann über die neunkirchner allee.

bis kindberg war er erste halbe tag vorbei.

und dann gleich nach der grenze tarvis.

der ganze ort ein einziger markt.

standeln mit fetzen und schuhen und sonstigem zeugs.

alles sachen, die es bei uns damals nicht gegeben hat.

und wenn dann endlich eine entscheidung über das gewünschte tand aus der vielzahl der vorhandenen möglichkeiten getroffen war, die frage: „costa quanta?“

und da hat der spass dann erst richtig angefangen.

soviel bambini wie so ein verkäufer zu ernähren hatte, gibts net amal in indien.

 

und dann durchs friaultal weiter richtung udine.

die 125er fiats sind gefahren als gäbe es kein morgen.

und wenn dann so ein österreicher auf der strasse aufgetaucht ist, ist aus jedem noch so unscheinbaren italienischen vehikel ein ferrari geworden und hat bestzeit hingelegt.

und tankstellen waren prinzipiell immer chiuso.

und die, die offen waren, wollten keine benzingutscheine nehmen.

schon ein paar kilometer nach der grenze war die enge der österreichischen berglandschaft vergessen und es hat nach sonne und meer gerochen.

aus der anlage röhrt der celentano, der jovanotti oder der paolo conte. ja, da ertrag ich selbst den ramazotti und den zucchero.

nur italienisch muss es sein.

und auch, wenns heut über die autobahn ziemlich komod in den süden geht, riech ich fünfzig kilometer vor udine schon das meer. selbst bei geschlossenem fenster!

und da kommen dann lignano, bibione, caorle, jesolo und irgendwann venedig (obwohl in den siebzigern ja ohnehin meist in lignano endstation war).

venedig!

zuerst durch das grausliche mestre (das gehört eigentlich gar nicht zu italien – das ist eine englische enklave!) übers meer. und dann …

der canale grande stinkt. auf dem marcusplatz gibts mehr touristen als tauben – und es gibt dort einen haufen tauben. alles muss man zu fuss gehen und das noch dazu über einen haufen stiegen. die venezianer neppen einen, wos grad nur geht. vaporetto fahren ist schlimmer als mit dem 5er vom praterstern zum westbahnhof. die häuser schauen so verfallen aus, dass die wiener baupolizei betretungsverbote verhängen tät.

aber dann sitzt am marcusplatz im floriani, trinkst einen espresso um fünf euro, der stehgeiger schnulzt dich an, vor lauter tauben gibt es eine sonnenfinsternis und plötzlich ist alles anders.

plötzlich besteht das leben nur aus dolce far niente.

plötzlich ist das leben wunderschön und alles ist gut.

und das funktioniert nicht nur in venedig.

das ist in florenz genauso. oder in siena. oder in rom. und sogar in brescia.

 

ja, ich weiss! ich bild mir das alles nur ein.

aber ich will mir das einbilden.

das lass ich mir nicht nehmen!

frühstück bei harry´s

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