Ein ehemaliger ÖVP-Klubchef wird vom neuen Innenminister zum Chef des Verfassungsschutzes in Kärnten bestellt. Im türkisschwarzen Paralleluniversum dieser Republik ein völlig normaler und erwartbarer Vorgang.

Gehen Sie weiter, hier gibt’s nix zu sehen.

Oder doch?

Der Vorgang der Besetzung dieser Spitzenposition im Verfassungsschutz erfolgte einstimmig. Es gab nur einen Bewerber.

Angeblich.

Obwohl, wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu vernehmen ist, sich eigentlich vier Personen beworben haben sollen. Auf die drei anderen, so wird berichtet, sei Druck ausgeübt worden, ihre Bewerbung zurückzuziehen.

Bemerkenswert an Stephan Tauschitz, der nun als Hüter der Verfassung Rechtsextreme und Neonazis eigentlich überwachen sollte, ist seine Teilnahme als „Festredner“ bei den Ulrichsbergtreffen 2008 und 2010. Dabei fiel er nicht durch Abgrenzung – etwa durch die Verurteilung der Verbrechen der Waffen-SS – vor einschlägigem Publikum auf, sondern durch Beschimpfung von Gegendemonstranten.

Bemerkenswert dabei ist, dass das Bundesheer seit dem Jahr 2009 nicht mehr am Ulrichsbergtreffen teil nimmt, weil „die Abgrenzung zu NS-Gedankengut unzureichend ist“.

Dass nun auch Kritik an seiner Beteiligung bei der HDTS Consulting GmbH, tätig etwa in den Bereichen Recycling und Unternehmensberatung, bezüglich eventuell aufkommender Interessenskonflikten aufkommt ist nur ein weiterer Puzzlestein im grossen türikisschwarzen Korruptions-Gesamtbild.

Zusammenfassend:

Der Dollfuß-Museums-Förderer und nunmehrige Innenminister Karner macht den Ulrichsberg-Festredner Tauschitz auf fragwürdige Weise zum neuen Chef des LVT.

Eigentlich nur konsequent und eigentlich kein Grund zur Verwunderung.

Wir wissen ja bereits, wie es bei Postenbesetzungen im Einflussbereich der ÖVP zugeht.

Aber nicht nur bei Postenbesetzungen.

Da ist noch einer aus diesem Metaversum in der letzten Woche aufgefallen.

MAN-Schnäppchenjäger und Oligarchenfreund Siegfried Wolf.

Ja, das ist genau der aus den Schmid-Chats bekannte „Investor“, der seine Steuern nicht in jenem Ausmass bezahlen will, wie sie ihm vom Finanzamt vorgeschrieben werden und der sich dann auf unredliche und verbotene (wie immer gilt im Dunstkreis der ÖVP die Unschuldsvermutung) einen aussergewöhnlichen Steuernachlass „aushandelte“.

Siegfried Wolf hat seit mehr als 40 Jahren eine Gemeindewohnung (vulgo Sozialwohnung) in Wien-Favoriten gemietet. Anspruch darauf hatte er schon lange nicht mehr. Jetzt will die Stadt Wien (Wiener Wohnen) von Wolf die Wohnung zurück, „weil es keinen Wohnbedarf mehr gibt“.

Man braucht sich aber um ihn keine Sorgen zu machen. Er wird nicht als Obdachloser auf der Strasse landen. Er hat vorgesorgt.

Seit 1986 „residiert Wolf mit Ehefrau und seinen Töchtern auf einer weitläufigen Latifundie in Weikersdorf: Der prächtig ausgebaute Bauernhof steht auf einem Grundstück, das nicht weniger als 54 Hektar misst.“

Dort ist er nicht nur Investor, sondern auch „Bio-Bauer“ und kassiert dafür aus Mitteln der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU Landwirtschaftsförderungen. Im Jahr 2019 waren es 70.325,36 Euro Im Jahr darauf honorierte die EU Wolfs agrarische Leistungen mit 68.508,61 Euro.

Wie hoch ist die Miete für die Gemeindewohnung in Favoriten?

So wird dann leichter verständlich, dass Superreiche einen deutlich grösseren Anteil am  Gesamtvermögen in Österreich besitzen. Nämlich bis zu 50 %.

Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu.

Bekanntermassen scheissen Tauben aber alles zu und machen dann ganz viel Dreck, den andere wegräumen bzw. ausbaden müssen.

Nach zwei Jahren Ebbe bei den Privatkonkursen kehrt die Flut zurück.

Die hohe Inflation bereitet Sorgen: „Das wird vor allem Personen, bei denen es sowieso knapp ist mit dem Geld, auf Dauer zusätzliche Probleme bereiten“, sagt Mitterlehner, Chef der ASB Schuldnerberatungen. Menschen mit geringem Einkommen seien besonders stark von der hohen Teuerung betroffen.

Preistreiber sind Treibstoffe und Haushaltsenergie.

Darüber freut sich die OMV und präsentiert ein neues Rekordergebnis und erhöht die Dividende.


Das heisst aber auch, dass die Republik Österreich vom künstlich hohen Preis durch hohe Margen über die Beteiligung der Öbag profitiert. Weder Verknappung, noch gestiegene Herstellungskosten können der Grund dafür sein. Zusätzlich steigen noch die Staatseinnahmen durch die MWST auf die gestiegene Energiekosten.

900 Mio Euro von diesen Mehreinnahmen werden jetzt in Form eines 150 Euro Energiekostenausgleichs für fast alle verteilt.

Almosen für die armen Hascherln sozusagen.

Da passt auch irgendwie die „Gschicht“ aus Rotterdam.

„Brücken abbauen“

Metaphorischer kann man die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich dann eigentlich nicht mehr darstellen.

„Super-Yachten“ der Schwanzvergleich der Superreichen.

Jeff Bezos (Amazon) lässt sich in Rotterdam eine neue Segel-Yacht bauen. Um € 430 Millionen. Blöd nur, dass die 40 m hohe Yacht aus der Wert nicht ins offene Meer hinausfahren kann. Die Koningshaven-Brücke ist im weg und soll dafür abgebaut werden. Bezos habe zugesichert, die Kosten für den Ab- und Wiederaufbau der Brücke zu tragen. Weitere geschätzt 100 Millionen. Wer hat der hat.

Die Brücke war 1878 erbaut und nach deutschen Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg 1940 wieder aufgebaut worden. Nach einer umfassenden Renovierung im Jahr 2017 hatte die Stadtverwaltung versprochen, das Bauwerk, das den Rotterdamern unter dem Namen De Hef bekannt ist, nie wieder abzubauen

Dazu sollte man wissen, dass die reichsten US-Amerikaner kaum Einkommenssteuer zahlen – darunter auch Amazon-Gründer Bezos. US-Amerikaner zahlen im Schnitt 14 Prozent Einkommenssteuer. Wobei der Spitzensteuersatz bei 37 Prozent liegen würde. Davon sind Amerikas Milliardäre weit entfernt.
Jeff Bezos habe zwischen 2014 und 2018 knapp ein Prozent Steuern auf Einkommen und Vermögenszuwachs gezahlt, rechnet ProPublica vor.

Es ist einfach nur noch obszön, wenn sich jemand eine Yacht um eine halbe Milliarde bauen lässt und gleichzeitig versucht Steuern auf jedem legalen und illegalem (?) Weg zum vermeiden.

„EIEREN GOOIEN“

Über 1.000 Holländer wollen nund die Bezos-Superyacht mit faulen Eiern bewerfen

Mir tät da ziemlich viel einfallen was ma noch alles mit faulen Eiern bewerfen könnte.

P.S. aus aktuellem Anlass:

Wie der “Standard” berichtet, sieht sich Klubchef Wöginger mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Die WKStA ersucht um die Auslieferung von ÖVP-Klubchef Wöginger.

Da wird die Sigi aber traurig sein. Nix mehr mit „Trachtenpärchen„.

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