„Bisch a Tiroler, bisch a Mensch. Bisch koaner, bisch koaner.“

(Tiroler Aphorismus)

oder aber, wie man das oft weniger fein aber dafür deutlicher vernimmt.

bisch a tirola bisch a mensch, bisch koa tirola bisch a oasch

ganz am anfang stand tirol

und das zieht sich wie ein roter faden durch die ganze coronageschichte in österreich

die erste offizielle covid-infektion in innsbruck am 25.2.

ischgl ab 5.3.

und in nur 10 tagen von

„Eine Übertragung des Coronavirus auf Gäste der Bar (in Ischgl) ist aus medizinischer Sicht eher unwahrscheinlich“ (Medieninformation des Landes Tirol vom 8. März)

bis zur völligen quarantäne tirols am 19.3.

alles richtig gemacht!

im westen nichts neues?

doch – die westlichen skigebiete österreichs nehmen sich ein beispiel an tirol und salzburg hat offensichtlich den ehrgeiz, musterschüler in dieser riege zu werden.

und weil es halt so ist, wie es immer schon war, erleben wir jetzt

„Ischgl reloaded“

nur halt mit erhöhten fallzahlen und unter den vorzeichen, dass niemand mehr sagen könnte:

das haben wir nicht gewusst

wer hätte das ahnen können

wir haben alles richtig gemacht.

was ist da also so im westen österreichs los?

trotz „hartem“ lockdown ist die mobilität kaum eingeschränkt.

so hat sich in wien die mobilität um 35 % und im burgenland sogar um 42 % reduziert, gibt es in tirol eine reduktion um nur 13 % und in salzburg um 12 %.

Mobilitätsreduktion

wenn die tiroler adlerrunde fliegt, fliegt auch die bundesregierung nach deren wünschen.

schulen zu. geschäfte zu. gastronomie zu. kultur zu.

„Die Lifte bleiben offen.“

die gondeln der skilifte sind also offen.

aber nicht nur. auch der flughafen.

in ganz uk verbreitet sich die mutation b 117 mit atemberaubender geschwindigkeit. bereits am 20.12.2020 verhängte österreich ein landeverbot für flüge aus grossbritannien.

am 23. jänner landeten zwischen 10.05 und 18.35 zehn flugzeuge aus UK.

europas skifreunde sind zu gast in salzburg und in tirol. grossartig.

touristen werden als geschäftsreisende eingebucht oder hotelzimmer als zweitwohnsitze angeboten.

alles legal.

geschäftsreisende, kurpatienten, skilehrer und mitglieder diverser skiklubs, die in tirol oder sbg trainieren.

da wird aber natürlich nicht nur trainiert. da wird auch gefeiert.

passenderweise im faschingswagen – weil wir haben ja grad fasching.

„Dass es sich bei der Corona-Party im Faschingswagen um kein zufälliges Treffen gehandelt haben dürfte, darauf deutet die Tatsache hin, dass für die Abhaltung der Feier das entsprechende Equipment bereitstand.“

während sich also ein teil der tiroler hotellerie über die bestehenden coronaregeln hinwegsetzt, haben andere ihre noblen herbergen geschlossen. die grosszügigen hilfen durch die steuerzahler machts möglich.

und weil man sich ja sonst nichts gönnt, und das eigene hotel geschlossen ist, macht man eben eine kleinen ausflug nach südafrika zum golfen. und von so einem trip bringt ma sich dann halt auch ein kleines souvenier mit. in diesem fall die südafrikanische virusmutation B.1.351.

beim „skilehrer“-cluster in flachau steigt die zahl der infizierten – von 152 teilnehmern wurden bereits 76 positiv getestet.

in der zeitung liest sich das aber dann so:

Skitouristen tarnen sich als Arbeitssuchende.

Der Bürgermeister von St. Anton ärgert sich über ungebetene Gäste. Das Land Tirol fordert schärfere Gesetze.

eh kloa – damit sind wieder die bösen ausländer schuld und keinesfalls die tiroler oder salzburger selber.

ah kloa – die waren ja zu der zeit in südafrika golf spielen und können gar ned schuld sein.

ich hab ja nix gegen die tiroler*innen.

ich hab was gegen die mafiösen machtstrukturen die bis weit in die politik hineinreichen. vom nationalratsabgeordneten franz hörl, zillertaler hotelier und oberster seilbahner österreichs, bis hin zu landeshauptmann platter.

der hatte offensichtlich ein erleuchtungserlebnis. sagt er doch:

das hat der Platter gut erkannt. ich hab auch kein verständnis mehr dafür, mich weiter einschränken zu müssen, während anderswo, etwa in tirol, so weitergemacht wird, als ob eh alles in ordnung ist.

und drum:

Tirol isch lei oans, Isch a Landl a kloans, Isch a schians, isch a feins.

oder so irgendwie halt

so irgendwie halt bedeutet in diesem Fall:

Tirol hat ernste Probleme mit B.1.351. Wissenschafter*innen fordern Quarantäne für ganz Tirol.

Spitzenreiter der Skurrilität aber: Der Tiroler AK-Präsident lehnt eine Abschottung „kategorisch“ ab, nennt die Forderung von Virologin Dorothee von Laer eine „unerhörte Frechheit“ und will den gesamten Impfstoff in Tirol sehen.

Auch sehr skurril bis in die gefährliche Drohung abgleitend:

„Mein Immunsystem leidet am meisten, wenn ich keine Party hab“:

Sonja Sophie Ultsch

Diese betreibt mit ihrem Mann Harald Ultsch die Hotels „Schwarzer Adler“ und „Adlers Hotel“ in Innsbruck.  Auf Facebook lamentiert sie, dass sich Mutationen des Coronavirus weltweit verbreiten, nicht nur in Tirol. „Wir haben schon die linke Backe von Ischgl hergehalten, jetzt halten wir natürlich auch noch die rechte hin.“

Gar nicht skurril, sondern ganz unverholend drohend, Christoph Walser, Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer,

„Man werde die Tiroler bei einer weiteren Massnahme erst richtig kennen lernen“.

In der ZiB2 droht Walser, den Transitverkehr künftig über andere Bundesländer umzuleiten.

Wird der Südtiroler Schützenbund einmarschieren?

Keine Einigung bei Gesprächen über verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Südafrika-Variante. Was haben Februar 2020 und Februar 2021 gemeinsam? Massenhafte Verbreitung des Coronavirus/Mutation durch Tirol.

Vorschlag:

We build a wall

and tirol will pay it

Ischgl Reloaded – Werfen wir einen kurzen Blick auf die Tiroler in dieser Pandemie:

Von „Ischgl infiziert die halbe Welt“ über „wir haben alles richtig gemacht“, dann „Hotspot für gefährlich Südafrika-Mutanten“ und „Finger weg von Tirol, was nützt uns eine Quarantäne“ zu „Tirol fordert gesamten Österreichvorrat der Corona-Impfdosen“ in nur wenigen Monaten.

und hier gehts zu teil 2

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