es hat also weder das wallfahrten in mariazell, noch der ausflug nach new york was gebracht.

im gegenteil.

die einvernahme unseres bundeskanzlers ist jetzt erst recht der grosse aufreger.

bereits am 3. september musste sich kanzler kurz vor einem richter im straflandesgericht für wien einer beschuldigtenvernehmung stellen.

bevor die öffentlichkeit davon erfuhr, gab es noch ein kleines versteckspielen bzgl dieser einvernahme.

auf eine anfrage durch das profil antwortet kurz-anwalt suppan:

„Ich bitte um Verständnis, dass ich dieses Thema vertraulich behandle. Wir werden dazu kommunizieren, wenn es etwas zu sagen gibt.“

3 wochen später wurde der termin der befragung und auch das protokoll öffentlich.

und da hat kurz schon einiges bemerkenswertes gesagt.

eigentlich hätt ich mir vom kurz ja erwartet, dass er nicht nur zu fragenden journalisten, sondern auch zum richter sagt:
entschuldigen sie mich jetzt, ich muss zu US-präsident joe biden

hat er dann doch nicht. aber er hat gesagt:

„Ja, ich bin die ÖVP“

er glaubt auch „ja, ich bin österreich“

"Oui, je suis Autriche"

das klingt nicht zufällig nach ludwig dem XIV. und hat auch mit einem richter zu tun.

Dulaure (Histoire de Paris, 1853, S. 387) berichtet:

„Er (Louis XIV) unterbrach einen Richter, der in einer Rede die Worte ‚der König und der Staat‘ gebrauchte, indem er mit Hoheit ausrief: ‚L’État c’est moi‘.“ (der Staat bin ich)

weil erst gehörte ihm die övp

heute gehört ihm österreich

und morgen dann die ganze welt.

so ihm nicht die justiz vorher den garaus macht.

was nach dieser einvernahme nicht so unwahrscheinlich ist.

wenn man das protokoll liest gewinnt man den eindruck, kurz sieht die ganze befragung generell als majestätsbeileidigung.

Das Protokoll der Kanzler-Befragung zeigt einen nervösen, patzigen Beschuldigten; der weiterhin Institutionen attackiert.

wie kommt er dazu, dass er sich da so vom pöbel befragen lassen muss?

Claus Pándi, österreichischer Journalist. Von 2009 bis 2018 leitete er das Innenpolitik-Ressort der Kronen Zeitung. 2018 wurde er Chefredakteur der Salzburg-Krone, fasst auf twitter zusammen:

2 Tage überlegt, keine Idee für ironische Intervention zum Einvernahmeprotokoll des Kanzlers. Dieses Verständnis von Staat und Institutionen macht betroffen. Regierungschef, der Respekt erwartet, aber keinen Respekt entgegenbringt. Die Veränderung kann bittere Folgen haben.

einige aussagen in diesem protokoll sollten jedoch hervorgehoben werden.

„Ich weiß nicht, wie Sie mich einschätzen, aber ich bin kein Vollidiot“, sagt Kurz zum Richter, „Wenn ich weiß, dass Sie all diese SMS haben, dann wäre es ja nahezu absurd, absichtlich etwas davon Abweichendes zu sagen (…)

wenn man das hinterfragt, stellt sich aber heraus, kurz wusste zum fraglichen zeitpunkt nicht, dass die WKStA die chatprotokolle von schmid wieder herstellen konnte.

an anderer stelle betont er, dass er die „topleute extrem gut“ kennt.  

ob er auch so ganz „normale“ menschen kennt? nicht nur „spender“?

sehr überraschend auch seine aussage:

„ich rede generell wenig mit journalisten“

dabei weiss jeder, dass er bei unangenehmer berichterstattung schon einmal selbst zum telefon greift um chefredakteure anzurufen.

mit dem bei der befragung anwesenden staatsanwalt will er auch nicht reden und schon gar keine fragen beantworten.

Kurz-Anwalt Werner Suppan betont, dass der Kanzler keine Fragen des anwesenden Staatsanwalts beantworten werde. Als dieser (Anm: Oberstaatsanwalt Gregor Adamovic) via Richter dennoch anregt, kommt es schon nach einigen Fragen zu einem heftigen Wortgefecht mit diesem. Kurz wirft Adamovic vor: „Sie drehen mir schon wieder jedes Wort im Mund um, das ist ja unglaublich. Ich würde jetzt wirklich einen Punkt machen. Das funktioniert nicht so gut zwischen uns“.

und damit endet die befragung des bundeskanzlers.

also nicht so gut gelaufen.

da sind die 59 pr-leute im kanzleramt natürlich gefordert.

und sie liefern:

da fragt man sich dann aber schon:

wer nimmt seinen leibfotografen zufällig mit zum kauf eines kinderzimmers? warum?

inszenierung als fürsorglicher familienvater?

da fällt auch das „zufällig“ im kroatienurlaub entstandene foto mit der kindsmutter ein.

wer privates derart für politische zwecke missbraucht, darf sich dann nicht wundern, wenn gerüchte über abweichendes privates verhalten öffentlich werden.

so bringt kickl in seiner impfpressekonferenz folgendes beispiel:

es könnte ein herr k sagen, dass er hetero ist und familienvater.

und dann setzt sich jemand in ein fernsehstudio und sagt er hat aber gerüchte gehört und einen anruf bekommen, dass dieser selbe herr k doch auch mit männern sexuell verkehrt.



überbleiben wird letztendlich:
sex sells – immer

in diesem sinne:

bleibt´s xund und losst´s eich nix gfoin!

passt´s auf eich auf und wehrt´s eich!

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