mögliche header wären auch gewesen:

der schattenkanzler

sidestep

hütchenspieler

der puppenspieler

aber eben auch in analogie zu meinem gestrigen „ist kurz noch kanzler?“

kurz ist noch immer kanzler

auch, wenn die grünen was anderes behaupten.

ich bin grad wirklich grantig. wirklich grantig.

die grünen haben ja gesagt, sie wollen einen untadeligen kanzler und die türkisen haben verstanden, sie wollen einen adeligen.

kurz führt grad den kogler wie einen tanzbären am nasenring durch die manege und gleichzeitig gibt er den puppenspieler, der an den strippen der marionette schallenberg zieht. insgesamt wird mE sogar noch ärger, weil kurz jetzt jeden der nicht loyal ist als potentiellen feind sieht.

so ganz einfach zur tagesordnung übergehen wird’s wohl nicht spielen. angeblich hat ja kogler hinter dem rücken von kurz die schwarzen landeschefs und övp-minister angerufen um zu klären, ob sie auch ohne kurz weitermachen würden.

mit rache seitens kurz darf gerechnet werden.

kann bitte dem werner kogler jemand sagen, dass nicht nur kurz, sondern die ganze övp-bundespartei als beschuldigte nach dem verbandsverantwortungsgesetz bei der WKStA geführt wird? danke.

und was ist überhaupt mit dem blümel, der ja ebenfalls vor einer anklage steht. oder nehammer, der wird die ermittlungen in all den offenen causen ganz sicher vorurteilsfrei ohne ansehen der beteiligten führen – da sind wir fest davon überzeugt.

der ex-kanzler hat also einen „sidestep“ und seinen ehemaligen pressesprecher zum neuen kanzler gemacht.

kurz bleibt parteiobmann und wird klubobmann, wird bis zu einer neuwahl wahlkämpfen und geniesst jetzt als „schattenkanzler“ auch noch parlamentarische immunität. am system ändert sich genau nichts.

diese lösung erinnert sehr an die hütchenspieler-tricks von putin, kaczyński oder erdoğan, die bei der einsetzung ihrer marionetten immer das heft in der hand behalten haben.

hätte man es akzeptiert, wenn strache nach veröffentlichung des ibiza-videos nur als vizekanzler zurückgetreten wäre und sich selbst als fpö-klubchef installiert hätte?

kurz  hat aber ohnehin nicht vor, als klubobmann irgendeine parlamentarische arbeit zu machen. das macht weiterhin der „gust“ wöginger. das wird sogar per ots verkündet.

wenn die grünen das wirklich so mitmachen und die ganze schnöseltruppe weiter in den ministerien und kabinetten lassen, ist ihnen nimmer zu helfen und sie werden landen, wo sie dann hingehören. auf dem misthaufen der geschichte.

wie kam es überhaupt zu dieser charade?

kurz bastelt selbst an seiner „legende“:

In der Nacht soll Kurz selbst die Variante entwickelt haben, auf den Posten des Klubchefs im Parlament auszuweichen. 

Als Staatsmann sei Kurz zum Schluss gekommen, dass er nicht Kanzler bleiben könne. Er habe ein Vermächtnis zu wahren und wolle, so der drastische Vergleich, nicht die Republik anzünden wie der römische Kaiser Nero.

eine andere darstellung besagt: die övp-regierten länder hätten sich auf die beine gestellt. kurz sei geschichte, er wisse es nur noch nicht.

ich glaub, da gibts auch noch eine andere geschichte:

die IV und die WKO hatten angst um ihre köst-senkung.
und da wars dann um kurz geschehen.
da hat der mahrer dann ein machtwort gesprochen.

weil beim geld, da verstehen die gar keinen spass.

irgendwie ist es schon ein bissl eigenartig wie medial im ORF und rundherum kalmiert und ruhe eingemahnt wird. wenn das so weitergeht, hamma bald friedhofsruhe im ganzen land. aber wahrscheinlich ist gewünscht, dass wir alle geistig diesen zustand erreichen.

da darf sich sogar der rainer nowak in die pressestunde setzen und seine weisheiten zur verteidigung „seines kanzlers“ breittreten.

immerhin hat es kurz geschafft, innerhalb von 4 jahren bereits zum zweiten mal als kanzler „gegangen zu werden“ und schon die dritte regierung auf dem gewissen.

das ist nicht nichts!

so schnell wird das niemandem mehr gelingen.

noch ein paar worte zum „neuen“

wer oder was wäre untadeliger, als ein adeliger?

österreich hatte zuletzt 1916 einen grafen als regierungschef. das ging irgendwie nicht gut aus.

wichtig auch: er ist teil von „la famiglia“ und er hat auch beste kontakte zu schmid aus der gemeinsamen zeit als pressesprecher bei spindelegger.

er selbst bezeichnet sich eindeutig als türkisen „überzeugungstäter“.

da war auch irgendwas mit atombomben auf wien.

er deklariert die marinemission sophia als „eine militärische Operation und nicht eine humanitäre Operation“

damit beantwortet er die frage:

„Wie soll mit Migranten in Seenot im Mittelmeer weiter umgegangen werden?“

mit ersaufen lassen!

Lieber Menschen sterben lassen, als Leben retten!

schallenberg in der ZiB2 zu den zuständen in moria:

„Eine Minderheit an Staaten wollen verteilen. Hypothetisch gesprochen: Wir leeren morgen das Lager. In ein paar Monaten haben wir wieder 13.000 Menschen in Moria. Das kann ich Ihnen garantieren. Das ist eine Endlosschleife.“

in diesem konnex ist wohl auch seine haltung im zuge der jüngsten afghanistangeschehnisse zu sehen:

er war es auch, der die afghanische botschafterin vorgeladen hat, nachdem sie vor den taliban warnte & sich gegen abschiebungen nach afghanistan ausgesprochen hat,

und er will die taliban ja bekanntlich „an ihren taten messen“.

vermutlich wird ihn sein erster staatsbesuch als kanzler deshalb auch nach afghanistan führen um diese taten höchstpersönlich zu beurteilen.

leider muss ich festhalten, dass es möglich ist, dass nicht lincoln, sondern armin thurnher recht hat.

Kurz can fool all of the people all of the time.

armin thurnher

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8 thoughts on “ich bin dann mal weg

  1. Hmmm … ich bin erstmal mit einer Staatsanwaltschaft, die unter einer grünen Ministerin weiterarbeiten kann, recht zufrieden.

    Koalition ohne Kickl ging nicht, mit auch nicht, Expertenregierung hätte auch einen Wechsel im Justizministerium bedeutet, ging aber weder mit Kickl noch Rendi-Wagner, also … was?

  2. Eine Erzählung haben Sie vergessen: dass PRW öffentlich bekannt gemacht hat, dass man in schwierigen Zeiten auch mit einer Kickl- FPÖ zusammen arbeiten könnte/sollte. Das hat wohl den Ausschlag über den nächtlichen
    Sinneswandel des K herbeigeführt.

  3. Ich war Grünwähler da warn sie noch nicht einmal im Parlament. Mit einem Schlag wäre dieses türkise Pack
    Geschichte gewesen, jetzt beginnt dieser Albtraum von neuem. Danke Kogler, danke Maurer, ihr seid doch absolute Versager und Verräter. NIE WIEDER GRÜN.

  4. Das kommt raus, wenn man einem vorher auf Schulleistungen trainierten Kind nach Abschluss bedingungslos die Schlüssel für ein Land überlässt, sogar für einen jahrelang anhaltenden Hochflug der Wichtigkeit seiner selbst und eines kleinen ehrgeizigen Freundeskreises, wenn es ihm so einfiele.
    Wer es in der Rolle des Spendablen, des Postenvergebers, kennenlernte, könnte dieses Geschöpf der geborgten Macht für charismatisch halten . Säße es mittelos und schlecht gekleidet an der Straße, ginge man verächtlich an ihm vorbei.

    Verantwortung für das erwartbare Desaster haben mit die Älteren. Wie konnten sie nur den Jungen ganz plötzlich schalten und walten lassen, so wie es ihm einfiel?
    Es bedarf schon einer großen Portion des Desinteresses und der Pflichtvergessenheit , sich aus der Verantwortung zu stehlen, zuzusehen, wie losgelassener Nachwuchs sich voraussehbar selbst überschätzt und vielleicht verheizt, möglicherweise eine immer unglaubwürdiger werdende Partei und eine erschütterte Wählerschaft hinterlassend.

    Wären sie durschnittlich vorbildhaft gewesen, hätten die Älteren ihre Schlüssel nie aus der Hand gegeben, sondern unter klaren Einschränkungen verliehen.
    Sie haben sich für ihre Achtlosigkeit moralisch zu rechtfertigen.

  5. Kurzkanzler, wie der Name schon sagt
    Eine steile Karriere. Der emeritierte Jus-Student ist nun mit knapp 35 Jahren der einzige zweimalige Kurzkanzler (1x 18 Monate, 1x knapp 20 Monate) der 2. Republik. Das ist sicher Rekord in Österreich, möglicherweise sogar in Europa.
    Was folgt, wenn die Anschuldigungen der WKStA Substanz haben, eine weitere Karriere, allerdings eine, die ich nicht machen wollte. Aber wie wir gestern hörten, hat ihn sein Nachfolger im Kanzleramt von aller Schuld freigesprochen. Der neue Bundeskanzler ist immerhin auch Jurist. Was die WKStA dazu sagt? Wir wissen es nicht.

  6. „Was die WKStA dazu sagt? “

    Sie sind wohl kein Legitimist?
    Fragen Sie statt den neumodischen studierten Juristen lieber Blaublütige aus unserer Monarchie! Die haben alles im Blut!
    Berichten bereits alle unterwürfigen Sender vom Adel in der Regierung – in der Demokratie hätte es das nicht gegeben, da waren die Von’s und Zu’s abgeschafft.
    Langlang ist’s her.

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