wir sind fussball!

also um genau zu sein, wir sind frauenfussball!

 

es ist schon erstaunlich, wer da jetzt aller plötzlich mit stolzgeschwellter heldenbrust durch die gegend läuft, weil „unsere“ frauenfussballmannschaft was gwonnen hat.

da sind auch plötzlich jene, die beim singen der bundeshymne das wort töchter so gar ned über die lippen bringen, stolz auf „unsere mädels“.

 

dabei bin ich mir sicher, dass den meisten, die sich da jetzt in den hype einklinken, in einer woche, wenn die EM vorbei ist, frauenfussball wieder das ist, was er bis vor einer woche war.

nämlich wuaschd.

 

es geht also bei all der euphorie um ganz was anderes.

es geht um patriotismus. der kleinen, angeblich freundlicheren, schwester des nationalismus.

wir sind besser als die anderen!

ich bin mir auch sicher, dass keiner von den nun so stolzen auch nur je irgendetwas zum erfolg der nun umjubelten beigetragen hat.

aber es tut halt so gut, wenn mann sich im lichte anderer selber ein bissl grösser machen kann.

 

mich nerven diese euphorieschübe schon ziemlich, wenn irgendeinE sportlerIn, die zufällig einen reisepass mit dem bundesadler sein/ihr eigen nennt, was gwinnt.

wir sind weltmeister schreiens dann alle und kriegen den eigenen arsch maximal nur dann von der couch hoch, um sich ein bier aus dem eiskasten zu holen – wenn ned überhaupt der satz „geh schatzi, bring mir noch ein bier“ (für ein bitte reichts meist auch nicht) der höhepunkt der eigenen leistungsfähigkeit ist.

aber wehe, wenn dann einmal die erwartete höchstleistung nicht abgerufen werden kann.

wappler ist dann noch die freundlichste bezeichnung für die, so das eigene ego, enttäuschenden.

 

ich geb ja zu, ich schlaf beim zuschauen immer ein.

aber ich schlaf ja überhaupt beim fussballschauen ein.

am liebsten am sonntag nachmittag bei der üblichen bundesligaübertragung der männer.

noch besser geeignet für so ein nachmittagdungal ist eigentlich nur noch die formel I.

die sind meist ned amal noch mit der aufwärmrunde fertig, schlaf ich schon.

 

noch was hab ich in dem zusammenhang.

frauenfussballnationalmannschaft!

müsste das ned vielleicht frauenfussballfrauschaft heissen? – wobei das ja irgendwie genauso deppad klingt wie männerfussballmannschaft. interessant wird’s dann, wenn das nächste mal eine männerfussballfrauschaft antritt.

 

im übrigen gönn ich den sportlerinnen und ihrem umfeld die ihnen nur zukommende aufmerksamkeit. sie haben sich diesen erfolg durch harte arbeit verdient und alle beteiligten dürfen nun mit recht stolz auf das erreichte sein.

 

in diesem sinne:

bleibt´s gsund und losst´s eich nix gfoin!

und passt´s auf eich auf!

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