ich nehm amal an gscheiten anrand und hupf!

deren fettnäpfchen, die da auf mich warten, sind gar viele.

egal.

also #metoo

 

wobei ich zugeb, ich tu mich da schon irgendwie leicht.

weil was soll mir, als einem der oft zitierten „silberrücken“, schon passieren.

ich bin also einer dieser alten weissen männer in – ehemaligen – machtpositionen (jetzt zwar nicht politisch, aber als arbeitgeber oder als trainer von nationalmannschaften befindet man sich doch gegenüber einem bestimmten personenkreis in einem solchen) um die es vorwiegend geht (vorwiegend, weil frauen eher selten in derartige positionen kommen).

 

und um es vorwegzunehmen, ich bin nicht immer ein angenehmer zeitgenosse.

ich kann bei passenden gelegenheiten auch gegenüber frauen ziemlich laut, ungerecht und einschüchternd werden, wenn mir die kabeln anwachsen.

aber die betonung liegt auf auch. ich mach da keine unterschiede nach geschlecht, hautfarbe oder sonstwas.

aber, ich hab mich zeit meines lebens an einen einfachen wahlspruch gehalten:

„don´t fuck the office“ – mir war immer klar, dass sowas komplikationen ergibt.

klar hätts da gelegenheiten gegeben und auch mein kleinhirn hat desmanchen versucht die oberhand zu gewinnen. aber (zum glück?) war ich immer „mann“ genug, derartigen versuchungen nicht nachzugeben.

 

so, nach dieser präambel (und ich bin auch nicht bös, wenn da jemand als selbstbeweihräucherung deklariert) könnt ich jetzt versuchen die aktuelle debatte über sexismus und sexuelle übergriffe sachlich und wissenschaftlich abzuhandeln.

aber, das können andere besser und haben das auch schon getan.

für diejenigen, die sich wirklich ernsthaft und seriös mit diesem thema beschäftigen möchten eine sehr empfehlenswerte abhandlung.

auch ein blick auf die reinen zahlen ist sehr erhellend.

 

aber eigentlich wollen bzw. können das die wenigsten.

es geht um emotionen und die kochen hoch.

und zeichnen ein oft entlarvendes bild von dem grad so aufgeregten.

was da von personen männlichen geschlechts (weil als männer würd ich solchene nicht bezeichnen) zu lesen ist, geht oft gar nicht auf die berühmte kuhhaut.

ich mag da jetzt gar nicht einzelne wortmeldungen zitieren. jede einzelne ist unterirdisch und überflüssig.

und was grad da auf social-media in diversen blogs und kommentaren (und zwar nicht erst seit ein paar tagen) zu lesen ist, hat schon eine besondere qualität von niederträchtigkeit, frauenverachtung und dummheit.

 

interessantweise gibt es aber auch aufgeregte frauen.

von der proll bis zur lohner.

man könnt jetzt drüber diskutieren, ob es sich da eher um das stockholm-syndrom handelt, oder ob ein vergleich mit uncle tom passender ist.

 

ob diesen privilegierten frauen klar ist, wie unsolidarisch sie sind, wenn sie jene, die schweigen als armes hascherl hinstellen?

sie sollten nicht vergessen, dass es eben frauen gibt, die aus diversen gründen nicht in der lage sind sich zu wehren und offensiv mit derartigen übergriffen umzugehen.

zb:

weil wirtschaftliche abhängigkeiten bestehen, die bis zur existenzvernichtung gehen können

weil ihr (mangelndes) selbstbewusstsein es nicht zulässt

weil sie angst vor der öffentlichkeit hat

weil sie sich (aus welchen gründen auch immer) schämt

weil sie vielleicht schon mehrfachopfer ist

weil sie in ihrer kindheit so sozialisiert wurde (väter, andere männliche verwandte, aber auch mütter)

 

eher zusammenhanglos möchte ich da noch ein paar gedanken los werden, die mir da durch den kopf schwirren.

 

ausgehend vom berühmten zitat von mae west

“Is that a gun in your pocket, or are you just glad to see me?”

gibt es ja den spruch: eine erektion ist das schönste kompliment für eine frau.

nein – eine erektion ist KEIN kompliment für eine frau, sondern ein zeichen für die übernahme der männlichen gehirntätigkeit durch das kleinhirn beruhend auf einer männerphantasie.

 

wieviele männer gibt’s, die bereits eine völlig normale freundlichkeit als aufforderung betrachten sexuell aktiv zu werden?

 

es gibt auch den ratschlag, frauen so zu behandeln, wie man die eigene mutter oder tochter behandelt.

nein, das möchte ich auch nicht.

ich möchte frauen wie männer bzw. überhaupt alle menschen behandeln. als gleichwertige, gleichberechtigte partner.

 

und zum schluss, aber keinesfalls um zu relativieren.

ja, es gibt auch missbrauch gegenüber männern.

nicht nur sexuellen (auch den, vor allem gegenüber knaben) sondern auch machtmissbrauch.

als kleines beispiel der berühmte lehrbua, der für den gesellen oder meister um die leberkässemmel und das bier geschickt wurde.

ja, man muss aufpassen, dass männer jetzt nicht unter generalverdacht gestellt werden.

ja, man muss aufpassen, dass es nicht auch einen missbrauch von #metoo gibt.

aber um das klarzustellen.

dem grossteil der männer stehen in der regel andere möglichkeit zur verfügung sich zur wehr zu setzen. physisch und wirtschaftlich. daher darf das nie auch nur ansatzweise als gegenargument verwendet werden um frauen in ihrem recht auf selbstschutz und selbstbestimmung einzuschränken.

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