Wahlkampf ist Zeit fokussierter Unintelligenz

 

sprach der scheidende wiener bürgermeister häupl dereinst.

und wir wähler haben in wahlkämpfen schon viel dummes und viel grausliches ertragen müssen.

 

aber was mir da jetzt im niederösterreichischen wahlkampf untergekommen ist, ist mit abstand das dümmste ever!

 

da steht als anrede: Geschätzte Bürger der Region Wagram!

na gut – ich bin ein mann also bürger und ich lebe zwar nicht dort, aber dort komm ich her. ich bin in der region wagram geboren. also so ein richtig autochtoner wagramer halt.

und drum fühl ich mich auch angesprochen.

 

und dann les ich weiter.

irgendwas von grund und boden. und von „Zwangsurbanisierung“.

und – und das ist besonders erheiternd:

„der Zustrom an Wiener Flüchtlingen muss reguliert werden“.

Es kann nicht die oberste Prämisse unserer Region sein massenhaft Wohnraum für Personen aus Wien zu schaffen, die aufgrund der dortigen Lebensumstände zu uns aufs Land flüchten.

 

das schreibt markus hofbauer von der freiheitlichen partei niederösterreich.

 

weils also in der region wagram keine „echten“ flüchtlinge gibt, werden jetzt wiener die aufs land ziehen als parasiten ausgemacht.

 

wahrscheinlich wärs ihm am liebsten, wenn eine mauer um wien gebaut werden würde.

wie allerdings täten dann die mehr als 200.000 niederösterreicher die in wien ihren lebensunterhalt verdienen diese mauer überwinden?

weiss das auch sein chef strache, der ja seit neuestem ein domizil in klosterneuburg bewohnt? der ist auch so ein „flüchtling“.

 

ich als reverserefugee – also jemand, dessen eltern die flucht vor diversen engstirnigkeiten, vor allem aber existenzbedrohender arbeitsplatznot am wagram, nach wien ergriffen haben, hätte jetzt durchaus sympathie für diese idee. wobei für mich bräuchts keine mauer sein – es reicht ein grosser schrebergartenzaun.

 

da wären gleich viel weniger autos, die die südosttangente, die nordbrücke oder die wienzeile verstopfen.

ich brauchad mich nimmer über die viel WUTUs, GanslFicker und ähnliche talentlose volksgruppen im vorwärtskommen auf wiens strassen behindern lassen.

und parkplätze gäbs auch gleich viel mehr.

 

ganz ehrlich – als ich das zum ersten mal gesehen hab, dachte ich an eine etwas übertriebene parodie der Tagespresse.

erst beim zweiten mal hinsehen wurde mir klar, den hofbauer gibt’s wirklich und der meint das ernst!

 

wenn es also menschen gibt, die die fpö trotz ihrer braunen umtriebe wählen, sollten sich diese spätestens jetzt überlegen, ob mann (weil frau ja ohnehin nicht angesprochen ist) soviel dummheit wirklich mit einer „wertvollen“ wählerstimme unterstützen soll.

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