Heute vor fünfzig Jahren krachte auf einem Balkon in Memphis ein einzelner Schuss.

Martin Luther King stirbt noch auf dem Balkon. Ermordet vom Rassisten James Earl Ray.

Das Ende eines langen Weges.

1955, Montgomery in Alabama. Martin Luther King organisiert einen Busstreik. Die Arbeiterin Rosa Parks hatte sich geweigert, ihren Sitzplatz für einen Weißen zu räumen.
1963, Birmingham in Alabama: Martin Luther King organisiert Massenproteste, nachdem vier Mädchen in einer Schwarzen-Kirche vom Ku-Klux-Klan ermordet worden waren.
1965: Selma in Alabama. Der Marsch über die Brücke nach Montgomery, der von der Nationalgarde brutal zerschlagen wird. Er geht als „bloody Sunday“ in die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung ein.

Am 28. August 1963 sagt Martin Luther King in seiner Rede vor mehr als 250.000 Menschen vor dem Lincol Memorial seinen berühmten Satz:

I have a dream

Ich habe einen Traum, dass eines Tages unten in Alabama mit den brutalen Rassisten, mit einem Gouverneur, von dessen Lippen Worte der Einsprüche und Annullierungen tropfen dass eines Tages wirklich in Alabama kleine schwarze Jungen und Mädchen mit kleinen weißen Jungen und weißen Mädchen als Schwestern und Brüder Hände halten können.

Martin Luther King hatte sich durch sein Credo vom gewaltfreien Widerstand nicht nur bei Rassisten, sondern auch bei den viel radikaleren Black Panther und Black Muslims unbeliebt gemacht. Sie hielten seine Art von Widerstand für völlig wirkungslos.

Und das liberale „weisse“ Amerika war über seine Forderung nach einem gerechten Umbau der Gesellschaft und sein Eintreten für das Ende des Vietnamkrieges nicht sehr erfreut.

 

King war beeinflusst von den Henry David Thoereau und seinem Essay „Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“.

Thoerau propagiert ein Gewissensrecht der Moral gegen Ungerechtigkeiten in der Demokratie.

Seine Aufrufe zum zivilen Ungehorsam gegen den Staat aus Gewissensgründen inspirierten die Ideen zum gewaltfreien Widerstandvon Gandhi und auch die Resistance im Zweiten Weltkrieg wurde von dieser Lektüre inspiriert.

 

50 Jahre nach seinem Tod muss man aber feststellen, dass auf jeden Fortschritt im Kampf um die Bürgerrechte ein Rückschritt erfolgte. Auf das Ende der Sklaverei folgte die Rassentrennung. Und auf das Ende der Rassentrennung wurde ein Rechtssystem etabliert, das sich bis heute gegen die afroamerikanische Minderheit richtet.

 

I have a dream“ gehört wohl zu den weltweit bekanntesten und wichtigsten Sätzen an gesellschaftlichen und historischen Wendepunkten.

Ähnlich wie „Ich bin ein Berliner“ von J.F.Kennedy oder „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ von Michail Gorbatschow.

 

Was bedeutet die Vison von Martin Luther King im hier (Österreich) und jetzt (2018) und was können wir davon lernen?

King träumte davon, dass alle Menschen in der Zukunft nach ihrem Charakter beurteilt werden und nicht nach ihrer Hautfarbe.

Ein Traum, der auch bei uns noch lange nicht Realität geworden ist.

Im Gegenteil erleben wir nahezu täglich, dass Vorurteile basierend auf Herkunft oder Religion dazu führen, dass Menschen abgewertet und drangsaliert werden.

I have a dream ist so aktuell und wichtig wie vor fünfundfünzig Jahren!

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