ManCity statt Arsenal, Bayern statt Dortmund, Red Bull Salzburg statt Sturm Graz –  Dosko statt Babler  

der andi babler hat gestern ja einen vergleich zum fussball gezogen. wenn ich in dieser allegorie bleib, dann hat die spö in ihrer gesamtheit gestern – nicht das erste mal – einen elfer ohne tormann verschossen.

weil, wie meine mutter immer gsagt hat:

knapp vorbei is auch daneben.

an dieser stelle ist eine kurze erklärung meiner politischen sozialisierung und meiner derzeitigen politischen heimatlosigkeit.

meine mutter spielt da heut eine rolle, weil sie in den 60ern bis zu den 70ern des vorigen jahrhunderts in dem brigittenauer grätzel wo ich aufgewachsen bin nicht nur mitglied der dortigen spö-sektion war, sondern auch kassierin. und damals wurde der mitgliedsbeitrag noch cash kassiert und dafür markerl ins parteibuch gepickt. sie ist also entweder von tür zu tür kassieren gegangen oder wir haben von genoss*innen besuch bekommen. wir waren also das, was ma heut gemeinhin die „basis“ nennt. im nahe gelegenen parteilokal durfte ich schon als kindergartenkind – natürlich bei den kinderfreunden – allein ins „kino“ dick und doof und fuzzy anschauen. und später hab ich, wie viele andere, von der neuen politik kreiskys profitiert.

kaum hatte ich eine lehre begonnen, war ich auch schon ögb-mitglied (solang, bis sie mich rausgeschmissen haben – aber das ist eine andere geschichte und meinem autoritätenproblem geschuldet). parteimitglied bin ich nie  geworden, aber gewählt hab ich die sozis.

a zeitlang halt noch.

es folgten grün oder auch einmal das lif.

dann wurde ich pirat.

eigentlich bin ich noch immer pirat und ich halt sehr vieles von dem was „damals“ an ideen vorhanden war noch immer für richtig und notwendig. wie zb die transformation der demokratie ins digitale zeitalter, das bedingungslose grundeinkommen oder das da

aber wir waren einfach zdeppad und in anlehnung an gorbatschow muss ma halt sagen:

wer zu früh kommt, den bestraft das leben.

über den umweg europa anders und wien andas entstand der kontakt zur kpö. das angebot der kpö beizutreten hab ich wohlwollend, zunehmend sympathisierend, aber dankend abgelehnt.

erwähnenswert vielleicht noch, dass ich letztens den wlazny gewählt hab.

ich beobacht also  was so rundherum geschieht und mach auch gern einen auf balkonmuppet.

zu den vorgängen innerhalb der spö hab ich mich aber eher zurückgehalten.

weil – siehe oben – eine nicht unerhebliche frühkindliche prägung und dadurch entstande beisshemmung nicht zu verleugnen ist.

duell in linz.

gestern dann aber, nach langen wehen und querelen, der ersehnte high noon in der bis dahin völlig verbockten führungsfrage.

und was macht unsereiner schon so am samstag mittag. der wochenendeinkauf war erledigt das karge mahl genossen, der kaffee und mohnstrudel genossen. da hat mann sich – um schon wieder meine mutter zu zitieren – ein dungal (powernapping auf neudeutsch) verdient.

auf der couch vor dem fernseher die füsse hochgelagert. normalerweise eignet sich dazu ein formel I-rennen hervorragend. da sind die noch nicht einmal mit der aufwärmrunde fertig, bin ich schon eingeschlafen.

also was bei der formel I funktioniert sollte doch auch bei so einer parteitagsveranstaltung funktionieren.

frei nach william shakespeare – viel lärm um nix.

hätt auch fast wunderbar funktioniert. irgendwo bei der doskozilrede den kaffee beendet und mirs vor der glotze gemütlich gemacht, war ich schon fast am einschlafen. und dann kam der babler.

und da wars dann vorbei mit schlafen. da war plötzlich was, was es bei der spö schon seit jahren nimmer gegeben hat. leidenschaft.

der babler war so richtig „on fire“

die beste politische rede eines österreichischen politikers seit ich weiss nicht wann.

aber schauts selber:

wenn ich das mit der „rede an die nation“ vom herrn karl vom märz vergleich ist das wie champions league vs 3. kreisliga nord-ost.

da war ich mir dann eigentlich recht sicher – der babler gewinnt das.

bis zur abstimmung.

ich musste also zur kenntnis nehmen: die spö verstehts immer wieder zu enttäuschen.

das ist das ende der spö wie wir sie bisher kennen. ich glaub, für diese partei wird das kein gutes ende nehmen. sie wird vielleicht unter doskozil weniger nach rechts verlieren, aber gewinnen wird sie da kaum was. sie wird dafür massiv nach links verlieren.

das wird eine 3. rechte partei

insgesamt also wird sie eher schlechter dastehen und die chancen der kp bei der nächsten nationalratswahl die hürde zu überspringen und in den nationalrat einzuziehen ist deutlich gestiegen.

die spö müsste vieles ändern.

inhaltlich – arbeitszeitverkürzung, verteilungsgerechtigkeit, asyl und migration oder klima – und  personell.


ich bezweifle allerdings stark, dass doskozil und seine partie (lercher, dornauer, hergovich usw.) willens bzw überhaupt dazu in der lage sind.


vielleicht täts der doskozil ja sogar noch schaffen in der nun grossmütigen stimmung des siegers.
ich glaub aber, dass diejenigen in der 2. reihe jetzt ihre vorstellungen umsetzen wollen und vor allem auch gegen widerstände durchsetzen werden.
der redebeitrag von hergovich gestern war exemplarisch dafür.

dieses da gezeigte verständnis von demokratie entspricht ganz eindeutig starrem funktionärsdenken und hat nix mit echter lebendiger  demokratie zu tun. und drum wird auch in zukunft keine ruhe sein.
so wird das in absehbarer zeit nix mit einer starken sozialdemokratie.

in diesem sinne:

bleibt´s gsund und losst´s eich nix gfoin!

passt´s auf eich auf und wehrt´s eich!

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2 thoughts on “nach dem match ist vor dem match

  1. Aus der Seele gesprochen…wehmütig, dennoch ein Vergnügen Deine Einlassungen zu lesen.

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