Ein echtes Glanzstück an kleinlichem, parteipolitischen Hickhack zwischen ÖVP, Grünen und SPÖ, liefert die Causa Bundesgärten in Wien.

Die ÖVP in Person der zuständigen Ministerin Elli Köstinger hat eine Schliessung aller Bundesgärten angeordnet. Mit der Argumentation die Eingänge wären zu schmal um den notwendigen Sicherheitsabstand von 1 m bei Betreten oder Verlassen zu gewährleisten. Ausserdem warf sie den „Roten“ in mehreren Boulevardmedien vor, politisches Kleingeld zu wechseln.

Diese fordern nämlich vehement eine Öffnung dieser Bundesgärten wie z.B. Schönbrunn, Burggarten oder Volksgarten.

Die Stadt-SPÖ argumentiert seit zwei Wochen, dass die Bewegung in den öffentlichen Parks und Gärten wichtig für die psychosoziale Gesundheit sei – speziell in einer Großstadt.

Sind wirklich alle Bundesgärten geschlossen?

Nein, nur jene in Wien und Innsbruck.

Der zentral gelegene Wiener Neustädter und ebenfalls vom Bund geführte Akademiepark ist weiterhin für alle geöffnet. Auch die Bundesforste sind geöffnet.

Eine etwas eigenartige Rolle spielen die, sowohl in der Bundesregierung, als auch in der Wiener Stadtregierung vertretenen Grünen. So stimmten sie in der letzten Nationalratssitzung gegen eine Öffnung dieser Gärten, die grüne Vizebürgermeisterin Hebein tut in Wien allerdings so, als wär sie dafür.

Dafür wollte sie Straßen für Fußgänger freigeben.

Dies wiederum hat Bürgermeister Michael Ludwig abgelehnt. Vorerst. „Man muss sich das aber ganz genau anschauen und darf nichts übers Knie brechen“ sagte er dazu.

Exemplarisch die Situation um den Wiener Augarten.

Die Brigittenau ist der Bezirk mit der geringsten Wohnfläche pro Person in Wien, wahrscheinlich in ganz Österreich. Im Schnitt hat hier jede und jeder nur 31qm Wohnfläche zur Verfügung. Dabei ist der Bezirk 7x so dicht besiedelt wie Linz oder Graz.
Familien und Alleinerzieherinnen mit jungen Kindern haben hier keinen eigenen Garten, in dem sich diese austoben könnten, Pensionistinnen und Pensionisten haben keine abgelegenen Orte, an denen sie spazieren gehen und damit ihr Immunsystem wesentlich stärken können.

Die Folge der Schliessung war am vergangenen, sonnigen Sonntag ein Gedränge auf den Gehsteigen rund um den Augarten.

Auf der Strecke bleiben dabei also jene Menschen, die gerade jetzt dringend ausreichenden Naherholungsraum bräuchten.

Nachtrag um 15.00 Uhr:

Und jetzt geht es plötzlich doch und alle Bundesgärten werden geöffnet.

Allerdings nicht sofort, sondern erst nach Ostern. Warum aber nicht gleich? Doch nur, um Frau Köstinger die Gelegenheit zu geben, ihr Gesicht zu wahren.

Peinlich auch, wie Wiens Grüne Vizebürgermeisterin reagierte.

Sie schmückt sich nun mit fremden Federn und suggeriert, dass sie höchstpersönlich die Ministerin davon überzeugen konnte, die Bundesgärten wieder zugänglich zu machen.

Alles in allem ein unwürdiges (Wahlkampf-)Schauspiel auf dem Rücken der betroffenen Wienerinnen und Wiener.

Wir sollten „ihnen“ bei der nächsten WienWahl eine dementsprechende Rechnung für diese Posse präsentieren.

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