es gibt für alles listen.

der beste fussballspieler aller zeiten, der beste schauspieler aller zeiten, der grösste sportler aller zeiten, die schönste frau aller zeiten, das schnellste auto aller zeiten, die beste band aller zeiten. für den sport mit dem höchsten kalorienverbrauch.

und so auch für den best squash player of all time.

jahangir khan.

der irgendwie auch zu den besten sportler aller zeiten gehört.

mit 555 siegen in reihenfolge ohne niederlage in offiziellen wettkämpfen hält er einen einsamen rekord. nicht nur im squash.

He is the Guinness World Records holder for this 555-winning legacy as the longest winning streak by any athlete in any top-level professional sport.

 

über die weitere reihenfolge  gibt es natürlich heftigen diskussionsbedarf.

warum ist ramy ashour nur auf platz 10?

warum fehlt der „prince of cairo“ amr shabana überhaupt?

wieso ist ein spieler, der „immer nur 2. wurde“ (chris dittmar) auf so einer liste?

 

solche listen sind natürlich immer sehr subjektiv und absolut objektive vergleiche lassen sich nur schwer ziehen. dazu müssten umfeld, trainingsmethoden, material usw. objektiviert und mit einbezogen werden.

wie lassen sich das spiel auf ganz normalen squashcourts mit dem spiel auf einem glascourt vergleichen? welche auswirkungen haben weiterentwicklungen beim schlägermaterial?

 

und weil es eben keine wirklich objektiven listen geben kann, mach ich gleich meine eigene, sehr subjektive liste mit meinen ganz persönlichen top ten.

 

unbestritten auch bei mir auf platz 1 jahangir khan.

sein backhandvolleydrive war/ist der perfekte schlag.

ich habe jahrelang seine marke unsquashable (er und sein trainer rahmat khan waren die eigentümer) in österreich verkauft.

ich durfte mit ihm exhibitions in wien (da brachten wir sogar ein squashmatch mit thomas muster zustande) und graz organisieren, so wie einen offiziellen besuch in der pakistanischen botschaft in wien und ich durfte chaffeurdienste leisten – was mir den beinamen helldriver einbrachte – nur weil er dringend zum flughafen musste.

 

meine nr. 2 ist peter nicol.

das erste mal sah ich ihn im alter von 12 jahren bei einem jugendturnier in wien, bei dem er die siegeshoffnungen meines ein jahr älteren schützlings david mit einem knappen 3/2 sieg zerstörte. unsere wege kreuzten sich immer wieder. zb gewann er in meiner anlage in schwechat das champions of champions-turnier, aus dem später die einzeleuropameisterschaften wurden.

es gab schnellere spieler als peter, es gab fittere spieler als peter, es gab welche, die den ball härter schlugen, es gab welche, die öfter das nick trafen. aber es gab wohl kaum einen, der in seiner komplettheit so wenig bis gar keine schwäche hatte wie peter.

und weil er eine deutsche grossmutter hat, kann man sich mit ihm auch auf deutsch unterhalten.

 

meine nr. 3 jonathan power

you wanna have it tricky? you wanna have it emotional?

well, jonathan will do it.

aber auf die frage, „what is the most important part in your game“ antwortete er: „my drive“.

und ausserdem war da eine legendäre playersparty im blue milk in budapest.

aber darüber sind alle informationen verloren gegangen.

 

meine nr. 4 ramy ashour

 

es war 2004 in athen – alle wussten schon dieser junge mann (grad einmal 17) ist eine ausnahmeerscheinung.

es war sein erstes turnier auf der profitour.

ich war zufällig auch als betreuer dort.  und ich wurde gebeten zu schiedsen. gegen wen ramy spielte weiss ich nicht mehr. aber ich weiss noch ganz genau, dass er sein temprament noch nicht so ganz unter kontrolle hatte. ich musste strenger werden. er war mir aber nicht bös, wie er mir nachher versicherte und er hat dieses turnier auch gewonnen.

 

meine nr. 5 peter marshall

auch ihn sah ich das erste mal als er 12 war. bei einem jugendturnier in basel. er war so klein und schmächtig, dass er das racket nicht mit einer hand schwingen konnte.

und drum hat er beide hände genommen. das ist ihm geblieben.

der einzige, der eine beidhändige vor- und rückhand spielt. im squash!

was ihn immerhin bis zur nr. 2 der welt brachte und vielleicht wär sich sogar die nr. 1 ausgegangen, wenn ihn nicht eine schwere infektionskrankheit aus seiner laufbahn gerissen hätte. es gab ein comeback, dass aber nicht ganz an die topleistung herankam.

als 18jährige waren er und noch 2 weitere juniors einen sommer lang bei einem in wien stationierten englischen trainer. ich hatte das vergnügen und die ehre das eine oder andere mal als trainingspartner eingeladen zu sein.

und wir hatten eine challenge – um damals ös 500,-.

ein match.

ich durfte ganz normal spielen. er nur longline (also nur gerade und der ball muss hinter der mittellinie aufspringen sonst gilt das als fehler).

und er konnte schon als 18jähriger aber sowas von gerade spielen.

ich hab dann trotzdem gewonnen – 3/2 nach mehr als 2 stunden spielzeit.

 

meine nr. 6 adrian davis

doch noch ein foto gefunden – hier im rücken von jansher.

einer der wenigen, die gegen jahangir ein offizielles match gewonnen haben.

mit sicherheit einer der talentiertesten überhaupt.

mit sicherheit einer der liebenswertesten überhaupt.

aber ebenso mit sicherheit DER verrückteste überhaupt.

in einem offiziellen europameisterschaftsmatch ein service mit dem griff? geht!

dem gegner (martin bodimeade nr. 12 der wrl) während dem match die hose runterziehen? geht!

nach einem ball diven, sich totstellen und warten bis erste hilfe kommt und dann ätsch pätschi? geht!

und dabei auch noch richtig gut squash spielen.

eine angeblich wahre geschichte:

adrian kommt als 17jähriger erstmals zu den british open als teilnehmer in die garderobe. die gesamte weltelite ist vertreten. er schaut sich um und wirft folgende frage in die runde: „who is the fucking best here?“

alle schauen sich an und zeigen dann auf jahangir.

adrian geht zu ihm, schaut ihn an und sagt: „hey – you are the fucking secondbest now.“

trotzdem (oder gerade deswegen) haben ihn (fast) alle geliebt.

 

meine nr. 7 glen brumby

auch einer der wenigen, die einen sieg gegen jahangir zu buche stehen haben.

und 2 jahre mitglied meiner mannschaft und somit hauptbeteiligt an den beiden goldenen staatsmeisterschaftsmedaillen die bei mir daheim im keller liegen.

seine maxime beim squash: laufen sollen die anderen.

in einem finale der austrian open gegen karimathullah khan – amtierender mannschaftsweltmeister mit pakistan – spielte glen im ersten satz keinen einzigen ball als winner, sondern immer den ball, für den der gegner am weitesten laufen musste. das endete für ihn mit dem verlust des ersten satzes nach knapp 50 minuten. die sätze 2 bis 4 gingen dann in weiteren 30 minuten ganz klar und ohne weiteren widerstand an glen.

ich hab viel von ihm gelernt.

 

meine nr. 8 ross norman

noch einer mit einem sieg über jahangir. und zwar mit genau jenem, der die unglaubliche siegesserie von jahangir beendete. 1986 in toulouse im finale der weltmeisterschaft mit 3/1.

anfang der neunziger organisierte ich ein psa-turnier in budapest und ross norman sollte unser zugpferd sein. da ich seinen bruder grant ganz gut kannte (mit dem ich ein doppel bei einem turnier in wien spielte) fanden wir auch eine lösung, wie wir ihm eventuelle zusätzliche kosten abgelten konnten. er kam pünktlich und freute sich auf das turnier.

und er verlor sein erstrundenmatch gegen einen „nobody“.

we are all not amused.

aber deal ist deal und es ging um die begleichung seiner kosten.

und jetzt kommts: er nahm nicht einen einzigen cent von der vereinbarten gage. er war der meinung, dass er sich mit der gezeigten leistung nichts verdient hätte.

 

meine nr. 9 tarek momen

2005 hat er im finale der british junior open u19 verloren und danach ein kleines psa-turnier in oxfordshire gespielt. und mit mir eine woche bei der gleichen gastfamilie gewohnt.

enttäuscht von der niederlage, aber ehrgeizig genug an seiner karriere zu arbeiten, einte uns das problem mit der englischen küche. also hab ich gekocht. spaghetti carbonara ohne schinken zb.

offensichtlich haben ihn meine kochkünste nicht aus der bahn geworfen und als derzeitige nr. 3 der welt ist er seinem ziel ganz oben zu stehen schon ganz nahe gekommen.

wenns doch nicht reicht zum platz ganz oben, könnte er immer noch sagen, meine spaghetti sind schuld.

 

meine nr. 10 – gamal awad

auch ein rekordhalter – bis vor kurzem halt. erst 2015 wurde der bestehende rekord aus dem jahr 1983 mit jetzt aktuell 170 minuten gebrochen.

bis dahin stand das match (finale chichster festival) von gamal awad gegen jahangir mit 166 minuten ganz oben. es endete mit 3/1 für jahangir.

und er ist der onkel der dzt. nr. 4 der wrl karim awad.

der einzige in dieser liste, mit dem ich keinen unmittelbaren persönlichen kontakt hatte.

andererseits ist er an meinem grössten persönlichen erfolg beteiligt. ich habe beim british open 35+ das achtelfinale erreicht. ich glaub, 1992. ist aber egal.

meiner auslosung gemäss, war das überraschend. hätte ich doch gegen die ehemalige nr. 2 der welt, gamal awad spielen und gewinnen müssen, um dorthin zu kommen.

gespielt haben wir nicht, gewonnen hab ich schon – formell.

walk over.

 

that´s the story of my life – ein walk over ist mein grösster sportlicher erfolg.

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