das leben in zeiten von corona

4 wochen #stayathome hamma schon hinter uns.

und ich glaub ja, es werden noch viel mehr als weitere 4 wochen mit eingeschränktem aktionsradius.

weil zur „risikogruppe“ gehör ich in meinem alter ja auch schon.

4 wochen daheim und ich werd immer blader und der bart wird immer länger.

aber den bart kann/muss ich jetzt eh, trotz der skurillen situation, dass wir ein vermummungsverbot und eine maskenpflicht gleichzeitig haben, verstecken.

sieht also eh keiner.

und des mit dem blad stimmt ja gar ned.

ich bin ja ein bissl ein endorphin-testosteron-adrenalin-junkie und täts ja gar nicht aushalten ohne mich regelmässig bis zum totalen schweissausbruch zu bewegen.

also tu ich – nahezu täglich und ich hab mir sogar ein spinningbike und kettlebells gekauft, weils mir ja das fitnesscenter auch zugesperrt haben. von squashspielen ist ohnehin keine red.

also mach ich sozusagen #homeoffice. also #workathome, was zur folge hat, dass es ein #comebackstrongerthaneverbefore geben wird.

so und jetzt hab ich als zeichen für meine coolness und mein nun deutlich fortgeschrittenes digitales social-media-know-how auch gleich ein paar #hashtag|s untergebracht.

wie überhaupt sich das alles grad ein bissl unwirklich anfühlt.

ich sitz auf der terrasse im strahlenden sonnenschein, trink meinen frühstückskaffee und genehmig mir ein ordentliches stückl osterpinze mit dick marillenmarmelade. irgendwo aus dem grossen häuserinnenhof hört man das leise gezupfe an einer gitarre, die vögel zwitschern und bäume und sträucher zeigen ihre blütenpracht.

eine idylle wie sie im buche steht.

die frühmorgedliche idylle in hernals

und da draussen irgendwo ist der/das böse virus und bringt menschen um.

ein szenario wie aus einem science-fiction-horrorroman vom stephen king.

jetzt ist mir natürlich völlig bewusst, dass ich mich mit diesem szenario in einer privlegierten situation befinde. weil halt terrasse, weil ausreichend wohnraum, weil keine existenzellen finanziellen probleme, weil gesund und weil wir, meine liebste und ich, uns lieb haben und auch nicht dazu neigen uns gegenseitig auf die nerven zu gehen.

ich weiss aber, dass es sehr vielen nicht so gut geht. dass der job weg ist, dass das geld nicht reicht, dass die kinder nerven, dass man sich in beengten raumverhältnissen gegenseitig auf die zehen steigt, dass diese menschen selbst beim schönsten osterwetter kaum richtig gelegenheit zu einem osterspaziergang haben.

und was es da halt sonst noch so gibt – jetzt einmal abgesehen von jenen, die corona so richtig körperlich erwischt hat.

da gibt’s kollateralschäden.

viele sind durch #socialdistancing seit wochen völlig allein und depressiv.

viele trauen sich mit anderen ernsthaften krankheiten, wie zb herzinfarkten, nicht ins krankenhaus.

pflegedienste versagen.

existenzen werden vernichtet.

trotzdem – wenn ich von kriegsähnlichen zuständen lies, oder vom krieg gegen corona dann denk ich mir schon:

nein, das ist kein krieg. wir leben in sicherheit. wir haben essen, wasser, strom, heizung. das fernsehprogramm ist schlecht wie eh und je. das internet funktioniert. wir müssen keine angst vor bomben oder zerstörung haben. wir müssen nicht in luftschutzbunker.

uns geht’s – trotz allem gut. wir müssen uns „nur“ vor dem virus schützen.

da schauts in lagern wie moria oder in gegenden wie syrien oder jemen schon ganz anders aus.

diese menschen leiden wirklich unter krieg oder kriegsähnlichen verhältnissen. und den virus habens dann noch zusätzlich oben drauf. als grauslichkeitsbonus sozusagen.

soda, nachdem geklärt ist, dass es mir persönlich eh gut geht, mir aber bewusst ist, dass es vielen anderen menschen auf diesem planeten in diversen abstufungen gar nicht gut geht, komm ich zu den ganz normalen tagtäglichen ärgernissen, die es ja trotzdem so rundherum gibt.


weil eigentlich a wahnsinn, was uns der scheiss virus da einbrockt.
ned nur, dass einige dran sterben, werden allen anderen behandelt und bevormundet wie kleine dummerln und ned wie erwachsene, mündige staatsbürger*innen.

z.b. die oft mehrmals täglichen pressekonferenzen und auftritte des grossen heilbringers, krisenmanagers, alleinexperten für eh alles und bundeskanzlers in einer person.

die sollen „vertrauensbildend“ sein.

davon kann bei mir aber keine rede sein.

weil was da eigentlich alles so gelaufen ist – vom team ischgl, über das team österreich, die gschicht mit den masken, die eigenartigen überwachungsphantasien bis hin zu den bundesgärten.


und mit jeder zusätzlichen pressekonferenz ohne irgendwelche substanziellen aussagen schwindet mein vertrauen.

noch ärger sind nur noch die kurzschen sprechpuppen in orf-interviews die, unabhängig von der frage, aus dem wahrheitsministerium von kurz vorgefertigte und auswendig gelernte texte von sich geben.

und wenn ma dann glaubt es geht nimmer schlimmer, gibt der kurz noch ein interview und du weisst – es geht immer noch schlimmer.

umso erstaunlicher, das ergebnis der letzten „sonntagsfrage“:
övp 43 grüne 19
mitsammen also immerhin 62 %
da geht sich dann bald eine 2/3 mehrheit aus.
mit grünen, die noch viel willfähriger sind, als es die blauen je waren.
da ist es dann nimmer sehr weit bis zur orbanisierung.

diese umfrage lässt die frage aufkommen, ob bei vielen wählern covid19 statt der lunge das gehirn befällt und bekräftigt mich im glauben an ein zitat einsteins.

das universum und die menschliche dummheit sind unendlich. beim universum allerdings, ist er sich nicht so sicher.

in diesem sinne:

bleibt´s gsund und losst´s eich nix gfoin!

passt´s auf eich auf und wehrt´s eich!

stay at home in bester gesellschaft

daraufhin hab ich post bekommen.

mizzi hat mir geschrieben – und so gehts weiter:

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2 thoughts on “das leben in zeiten von corona

  1. Ja, lieber Gerhard, du hast recht, uns geht’s gut.
    Wir leben in einem Land, wo selbst in einer Krise, wie dieser, alles so gut funktioniert. Unsere Regierung, geschlossen , ruhig und professionell Auftritt. Fehler die in dieser Situation passieren, werden dazu beitragen,dass man daraus lernen wird,
    Es ist natürlich um vieles einfacher, in einem ruhigen, geschützten Umfeld zu leben,zu sitzen, zu schreiben, zu kritisieren, vieles schlecht reden, was andere gut machen, nie den Beweis antreten müssen, es besser machen zu können…..
    Bleib gesund lieber Gerhard

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