Nach Boris Johnson hat sich nun mit Jair Bolsonaro der nächste rechtspopulistische, nationalistische Staatschef aus der Riege der Coronaleugner mit dem Virus infisziert.

Bolsonaro hat Covid19 als „kleine Grippe“ bezeichnet.

Wie Trump empfiehlt er das Malariamittel Hydroxychloroquin, dessen Wirkung nicht erwiesen ist, zum Schutz gegen das Coronavirus.

Brasilien ist nach den USA das am zweitstärksten betroffene Land der Welt. Laut offiziellen Angaben wurden bisher 1,6 Millionen Infektionsfälle und 65.487 Todesopfer verzeichnet.

Aus Schaden wird man klug.

Boris Johnson hat nach seiner Erkrankung seine Politik geändert und ebenfalls strenge Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie angeordnet.

Er dankte den Briten für ihren Einsatz, ihre Solidarität und ihren „Altruismus“. Die Nation sei dabei, das Virus „niederzukämpfen“ und habe dabei Erfolge erzielt, sagte Johnson. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen bewege sich abwärts, und man kämpfe sich nunmehr „durch den Höhepunkt der Krise“

Besteht diese Möglichkeit auch beim brasilianischen Regierungschef?

Im Gegensatz zu den meisten anderen Betroffenen in Brasilien wird er beste ärztliche Betreuung bekommen.

Eine Versorgung, von der viele seiner in Armut lebenden Landsleute nur träumen können. Auch dieser Umstand zeigt, wie unfair viele Gesellschaften aufgebaut sind: die Reichen und Mächtigen profitieren auch in persönlichen Krisen von ihrer Position, nur weil sie viel Geld, eine bestimmte Position oder beides haben, während der große Rest vor sich hin darbt und unter genau solchen Menschen dauerleidet.

Abhängig vom Verlauf seiner Erkrankung wird sich wohl die Situation in Brasilien entwickeln. Bei einer milden Form wir er das erst recht als Argument für seine bisherigen Versäumnisse verwenden und sich in seinem tödlichen Kurs bestätigt fühlen.

Man soll ja niemandem eine schwere Krankheit an den Hals wünschen. In diesem Fall gibt es aber wohl nur bei einem schweren Verlauf die Chance, dass sich Bolsonaros Politik in Richtung Schutz von Menschenleben ändert.

Erik Marquardt, Mitglied der Grünen Fraktion im Europaparlament, twittert:

Menschenfeinde wie Bolsonaro würden sich über die Corona-Erkrankung von Bolsonaro lustig machen. Die Anständigen wünschen ihm gute Besserung.

Nein, er tut mir nicht leid.

Diese „Anständigkeit“ bring ich nicht zusammen.

#ausgründen

Auch wegen folgendem:

„Ich hoffe, dass sie verschwindet, durch einen Infarkt oder Krebs“, sagte Bolsonaro über Ex-Präsidentin Rousseff. Mehrfach rief er zum Mord an politischen Gegnern auf, traf sich mit Folterknechten, verspottete Kranke, schwieg zum Mordanschlag auf Marielle Franco.

Bin ich deswegen ein „Menschenfeind“?

Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich mir wünsch, dass es jetzt auch noch Trump erwischt?

Das Böse liegt im Aufsehn, das es macht,
Im Lärmen, das die Welt darüber schlägt;
Die Sünde im Geheim ist keine Sünde.

Molière (1622 – 1673), eigentlich Jean-Baptiste Poquelin, französischer Komödiendichter und Schauspieler und Autor des Schauspiels „Der Menschenfeind“
melde dich zum newsletter an. du wirst sofort über neue posts informiert:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.