liebes christkind,

jetzt schreib ich dir ja doch so ein brieferl mit einem wunsch.

obwohl ich ja gar nicht dran glaub, dass es dich gibt. ich glaub ja auch nicht an den osterhasen und schon gar nicht an den weihnachtsmann. und dass der storch die kinder bringt, halt ich auch nur für ein unbelegbares gerücht.

warum schreib ich dir dann überhaupt?

naja, es passieren rundherum grad so viele unglaubliche sachen, dass ich mir denk, wenn es das alles wirklich gibt, kann es dann ja vielleicht doch sein, dass es das christkindl auch wirklich gibt.

und wenns dich dann doch gibt, dann wärs doch schad und schön blöd, wenn ich da einen wunsch frei hätte, diesen nicht artikulier und dann entweder gar nix krieg oder etwas, was ich überhaupt nicht brauchen kann. dazu brauchts nämlich kein christkindl. solchene sachen kriegt ma eh immer von den verwandten. alle jahre wieder.

und ausserdem denk ich mir – wenns dich doch nicht gibt, is auch nix verhaut.

nutzts nix, schadts nix.

also nachdem das klargestellt ist, noch amal von vorn.

liebes christkind,

ich war das ganze jahr über schön lieb und brav, ich hab die katze nicht am schwanz gezogen und hab auch sonst nix böses angestellt und drum hab jetzt einen wunsch an dich.

bitte mach, dass dieses grindige zeugs weggeht.

nein, ich mein nicht die rechten die sich da herumtreiben und nix anderes im sinn haben, als unruhe zu stiften um sich dann als grosse retter des „volkes“ zu inszenieren. das schaffen wir auch allein. vor allem dann, wenn all jene mitspazierengeher die „eh keine nazis sein wollen“ endlich draufkommen, dass sie nix anderes sind als leicht zu manipulierendes spielmaterial dieser rechten und bei nichtmehrbedarf genau so behandelt werden wie jene, gegen dies angeblich grad geht.

ich mein auch nicht die schwarztürkisschwarze övp die gerade im korruptionssumpf versinkt, wo jeden tag neue mauscheleien zum vorschein kommen (neueste offenbarungen: ein steuergeschenk an den herrn wolf, öffentliche gelder aus dem finanzministerium für studien die es nie gegeben hat, ungereimtheiten in der cofag) und die jetzt auf altbewährte weise inspiered bei dollfuß mit militärischen mitteln dagegen ankämpft. aber auch das schaffen wir ohne deine hilfe. schliesslich haben wir die WKStA.

und wir haben die schmid-chats.

wenn die övp glaubt, sie hats grad gschafft ein bissl gras über so eine korruptionsblüte wachsen zu lassen und licht am ende des tunnels zu erkennen ist, kommt aus dem nebel des grauens eine neue offenbarung über die övp aus diesen chats.

die neueste erkenntnis schreibt schmid an einen mitarbeiter im finanzministerium:

„Vergiss nicht – du hackelst im ÖVP-Kabinett! Du bist die Hure für die Reichen.“

geahnt haben wir das ohnehin immer. ja sogar gewusst.

aber jetzt haben wir es schriftlich.

ausserdem will ich dich liebes unschuldiges christkindl, mit so unflätigen, schamlosen, niederträchtigen gesellen nicht einmal irgendwie belästigen. brauchst dich also nicht weiter drum sorgen. und dann kriegen wir noch einen övp-korruptionsunterschungsausschuss. der wird den rest besorgen. das wird lustig.

nein liebes christkind, ich mein dieses unnötige virus.

lass es bitte wieder so einfach verschwinden wie es aufgetaucht ist.

das wünsch ich mir ja nicht für mich. sondern für die vielen da draussen, die noch krank werden dadurch, ins spital oder eine intensivstation müssen oder am ende gar dran sterben. die vielen, die dadurch auch beruflich zusätzlich unnötigen stress haben. deren wirtschaftliche existenzen auf dem spiel stehen und eventuell völlig vernichtet werden. und ich wünsch mir das für unsere gesellschaft insgesamt, weils auf dauer nicht gut ist, wenn die angst vor dem virus, das gegenseitige misstrauen und das fehlen des „normalen lebens“ – obwohl das eh auch manchmal schlimm genug ist – alles andere überdeckt.

das wünsch ich mir also von dir.

von dir deshalb, weil ganz offensichtlich diejenigen, die dafür sorgen sollten, dass es halbwegs geordnet über die bühne geht, das nicht schaffen. seit anbeginn nicht geschafft haben.

und jetzt auch noch omikron.

aktuelles beispiel:

Die Regierung samt Beratern und Beraterinnen sagt der Omikron-Welle den Kampf an – aber erst nach Weihnachten. Dann werden die Einreise- und Veranstaltungsregeln verschärft.

Keep it simple and stupid:

So fasst Generalleutnant Norbert Gehart (GECKO) zusammen, wie er sich gutes Pandemiemanagement vorstellt. 

und das war offensichtlich kein versprecher – der meint das wirklich so.

Was da jetzt kommt ist vor allem stupid.

In der Gastronomie wird die Sperrstunde von 23 auf 22 Uhr vorverlegt. Das gilt auch für den Silvesterabend am 31. Dezember. Damit nimmt die Regierung die vergangene Woche verkündete Aufhebung der Silvester-Sperrstunde nun wieder zurück.

Was aber bleiben soll, ist, dass es zu Weihnachten und Silvester eine Ausnahme vom Lockdown für Ungeimpfte geben soll: Sie dürfen dann das Haus verlassen, um Menschen zu treffen. 

Dazu passt: Salzburg sperrt über Weihnachten die Teststraßen und in Osttirol gibt es bis 7.1. keine Impftermine. Aber die Skigebiete sind offen.

Simple ist auch rein gar nichts.

Man könnt z.B. fragen wieso es denn zu dieser 2.000er-Grenze bei Events kommt?

Eine Lex Neujahrskonzert?

Fasst doch der Grosse Saal im Musikverein etwa 2.000 Personen.

Sicher nur Zufall.

du siehst also, liebes christkindl, wir brauchen ganz ganz dringend deine hilfe. und ich glaub, ich bin nicht der einzige, der sich das mit dem virus wünscht. könntest also gleich viele fliegen mit einer klappe „daschlogn“.

ich weiss auch, dass ich spät dran bin mit meinem wunsch. schon sehr spät sogar und du hast sicher viel zu tun.

aber immerhin bist du ja irgendwie der liebe gott.

du schaffst das.

und ausserdem seid ihr eh zu dritt.

du, dein vater und der heilige geist.

was is eigentlich mit mutter? gibt’s da auch a tochter? könnten die nicht auch helfen?

und die heiligen drei könig kommen auch bald. die könntest auch zum helfen einteilen.

wer braucht schon gold, weihrauch oder myrrhe, wenns nicht gegen das virus hilft.

du siehst, wir sind schon sehr verzweifelt, wenn wir sogar auf materielle geschenke verzichten – also einige eh nicht, aber bei denen kannst dann den virus gern auch lassen und sie mit gold zuschütten.

also liebes christkindl, sei lieb und tu was. immerhin ist weihnachten.

weil sonst schreib ich nächstes jahr dem weihnachtsmann und seinen gehilfinnen.

in diesem sinne:

bleibt´s gsund und losst´s eich nix gfoin!

passt´s auf eich auf und wehrt´s eich!

und ausnahmsweise der zusatz: ich wünsch euch allen schöne feiertag und dass, wer auch immer, jemand da ist, der eure wünsche erfüllen kann.

melde dich zum newsletter an. du wirst sofort über neue posts informiert:

3 thoughts on “brief ans christkind

  1. Zuerst frohe Weihnachten und danke für deine Newsletter. Du glaubst nicht ans Christkind aber viele Deppen an Herbert K.,, Den Entwurmer. Es gibt noch immer Menschen die glauben an türkis als Heilbringer. Ich wünsche mir, das diese Menschen etwas von deiner kritischen Ungläubigkeit bekommen und ein bisserl nachdenken. Schöne Feiertage noch und liebe Grüße
    Christian

    1. @Matchless
      Herbert k. Macht seinen Job als Sammler des rechtes Randes sehr gut.
      Seine Äußerungen zum Entwurmungsmittel muss man nicht gut finden, aber ihm das Urheberrecht darauf zu geben, ist schlicht armselig. Denn bis wenige Tage vor seiner Verkündigung wurde über Ivermectin Studien im Zusammenhang mit Heilung von Corona in neutralen Medien berichtet. Gute Ergebnisse in anderen Breitengraden ließen sich bisher in der Mitte Europas nicht replizieren.

      Das Problem ist, dass die Sozialisten ihren Job als Vertreter und Begleiter der Arbeiterschaft nicht mehr machen, weil sie meinen, die Zeiten für Solidarität mit den Schwächeren seien nicht mehr gegeben. Von ihnen schutzlos preisgegebene Massen von Arbeitern und Angestellten suchen sich nun eine neue Heimat. Dass sie es tun müssen, ist nicht ihre Schuld. Die Roten täten gut daran, sich nicht dauernd mit Kickl zu beschäftigen, sondern mit dem Volk. Bei Rendi Wagner sehe ich die Hinwendung nicht.

      Das verlangte, sowohl die Mehrheitshaltung der begeisterten Impfbereitschaft zu berichten, als auch einer kleinen kritischen Menge Raum zu geben, ihre Bedenken zu formulieren. Kritik bringt die Wissenschaft voran.
      Wir können nicht mal Toleranz lernen, wenn alle durch Zwang, Drohung und Einschüchterung angeglichen werden.
      Der Weg der Überzeugung muss ein anderer als der der Schwarzen Pädagogik sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.