Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu

Ödön von Horváth,

 

ich „hasse“ ihn nicht.

aber er ist mir abgrundtief zwider

ich hab ihn von anfang an nicht gemocht.

angeblich religiös und dem opus dei zugetan offenbart er sich als bigottes heuchlerisches zynisches arschloch.

ein parvenue übelster sorte.

schon, wie er sich als abgeschleckter yuppie am geilomobil versucht hat.

und wie er dann einen auf streber und vorzugsschüler gemacht hat.

genau der typ lieblingsschüler, der am clo in den unterrichtspausen immer die passende abreibung gekriegt hat.

und genau den typ lieblingsschwiegersohn der nation hat er dann ja auch im lauf seiner karriere gegeben.

ich versteh schon, wie manche auf sein geschniegeltes auftreten hineinfallen. eine analyse hat ergeben, dass ältere frauen mit geringer schulbildung seine grössten fans sind.

seine meinungen wechselt er wie andere ihre unterhosen.

ich erinnere:

Freundlich lächelnd wird so aus einem „wir haben zu wenig Willkommenskultur“ die Schliessung der Balkanroute. Da werden auch Statistiken manchmal so manipuliert, dass aus einer Kürzung der Entwicklungshilfe eine „verbesserte Hilfe vor Ort“ wird.

 Sebastian Kurz hat seinen Wählern einen proeuropäischen Kurs versprochen: „Ich möchte betonen, dass Österreich ein proeuropäisches Land ist,

 Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Seine nun proklamierte „Achse der Willigen“ besteht aus SaviniOrban und Seehofer/Söder. Die von ihm vollzogene Annäherung an die Visegrad-Staaten ist dabei nur konsequent.

oder:

Bundeskanzler Sebastian Kurz: „Wir haben zu wenig Willkommenskultur“

 Und weiter:

Und wenn es darum geht, worauf man stolz ist, ist er „näher beim Bundespräsidenten, als bei Gabalier, der stolz auf die Lederhosen ist“.

Oder:

„Uns ist wichtig, dass jeder, der hier wohnt, sich hier heimisch fühlt“.

Auch:

Dass es in Österreich sehr viele Zuwanderer gibt, die sich noch nicht heimisch fühlen“, denen es aber auch nicht leicht gemacht werde, „weil wir zu wenig Willkommenskultur haben“.

 

wenn es ihm nützen tät, tät er auch sofort zu einem x-beliebigen bahnhof fahren und dort klatschen.

ganz nach seiner von machiavelli geliehenen maxime:

„Politik ist die Summe aller Mittel, die nötig sind, um zu Macht zu kommen und sich an der Macht zu halten und um von der Macht den nützlichsten Gebrauch zu machen.“

trotz seiner „gnade der späten geburt“ scheinen ihm also mittelalterliche machtprinzipien durchaus geläufig.

 

ich könnte hier noch eine zeitlang so weitermachen.

zb über die messagecontroll oder über das „sparen im system

 

aber schauen wir uns einmal an, was kurz und seine getreuen jetzt so von sich geben.

so sagt blümel noch vor dem misstrauensantrag:

Heute (EU-Wahlen) hat das Volk entschieden und morgen das Parlament.

wobei da natürlich die frage zu stellen ist, ob 34,9 % das ganze volk sind. immerhin haben 65 % der wählerInnen nicht für kurz und seine türkisen gestimmt. angesichts der wahlbeteiligung sind das ohnehin nur 17 % aller wahlberechtigten.

kurz selbst sagt nach seiner abwahl:

Seine Partei und er würden die heutige demokratische Entscheidung zur Kenntniss nehmen, aber um die Unterstützung der Bevölkerung kämpfen. Denn: „Am Ende entscheidet das Volk.“

 

was damit zum ausdruck gebracht werden soll ist ganz klar:

kurz ist vom volk gewählt und das parlament hat eigentlich nix zu sagen.

er konstruiert damit einen gegensatz zwischen „dem volk“ und dem demokratisch gewählten parlament. er suggeriert, die parlamentarier hätten den „volkswillen“ missachtet.

 

diese differenzierung zwischen demokratisch gewählten institutionen und „dem volk“ ist einfach nur grauslich.

das kennen wir sonst nur zu gut von der extremen rechten. das ist einer der eckpfeiler in deren ideologie auf grundlage der theorien von carl schmitt.

.auch aus der övp ist das nicht ganz unbekannt. so hat auch schon dollfuss argumentiert und gehandelt. auch dieser stellte ganz ähnlich „gutes volksempfinden“ dem „sündhaften“ parlament gegenüber.

 

bemerkung am rande:

wenn aber das volk in einer grössenordnung von über 800.000 menschen bei einem volksbegehren gegen das rauchen begehrt, ist das dem ex-kanzler auch irgendwie wuaschd und er lässt im parlament von seinen türkisen gegen das volk entscheiden.

 

kurz hat das parlament und die parlamentarische arbeit nie sehr geschätzt. das hat er auch als kanzler mehr als einmal unter beweis gestellt. seine anwesenheit kann man an den fingern abzählen. und wenn er da war, hat er seinem handy mehr aufmerksamkeit geschenkt, als den abgeordneten.

er geht daher also, natürlich, jetzt auch nicht in den nationalrat und wird klubobmann. das würde ja  seiner „inszenierung“ schaden.

er ist einfach viel zu schön, zu erfolgreich und zu intelligent für so ein mickriges parlamentsmandat.

 

„stabilität“ ist das neue „balkanroute“ in dieser inszenierung von kurz.

mehr als ein spin ist da aber nicht dran.

so wollte VdB, dass kurz bis zur bildung einer übergangsregierung noch zwei drei tage kanzler bleibt.

der hat darin allerdings keinen persönlichen vorteil gesehen und daher abgelehnt.

nix mehr mit „meinem land dienen“. auch wenn er am 18. mai noch verlauten liess:

Mein Ziel ist es einfach, für dieses Land zu arbeiten.

 

die grösste chuzpe kommt zum schluss:

ich bin beeindruckt, mit welcher verve kurz hier auf etwas verzichtet, worauf er ohnehin keinen anspruch hat.„Auf mögliche Gehaltsfortzahlungen werde der ÖVP-Obmann verzichten“, teilte ein Sprecher von Kurz am Dienstag mit. es ist davon auszugehen, dass ihn die övp für diesen „verzicht“ grosszügig entschädigen wird.

weil geld spielt für die türkisen ganz offensichtlich ohnehin keine rolle. davon dürfte auf deren konten genug herumkugeln. wie sonst hätten sie denn sonst die wahlkampfkostenüberschreitung um fast das doppelte bei der nrw17 finanziert? oder den gerade sehr aufwändigen eu-wahlkampf?

da weiss man zwar noch nicht so genau, was der gekostet hat (auskünfte darüber gibt es seitens der övp keine) aber es dürfte genug für den nun kommenden neuerlichen wahlkampf vorhanden sein.

wir wissen auch – noch – nicht, woher all das viele geld gekommen ist und eventuell auch noch immer kommt.

kurz wird das wohl wissen. und da kommt dann wieder ödön von horvath ins spiel wenns darum geht das offen zu legen: da wird er wohl gern ein anderer sein.

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